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Hannover Warum Alkoholverbote in Zügen sinnvoll sind
Nachrichten Hannover Warum Alkoholverbote in Zügen sinnvoll sind
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00:15 24.10.2017
Von Bernd Haase
Quelle: dpa
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Hannover

Diskussionen um Alkoholverbote in Zügen sind seit mehr als zehn Jahren regelmäßig aufgeploppt. Immer dann, wenn ein Verkehrsunternehmen eines verhängt oder wenn ein anderes, wie lange Zeit die Üstra, sich trotz öffentlichen und politischen Drucks dagegen gewehrt hat. Wer diese Debatten verfolgt hat, muss den Eindruck haben, bei den Bussen und Bahnen des Nahverkehrs handele es sich um rollende Bierkneipen.

Das ist maßlos übertrieben. Die Üstra beispielsweise hat seit Einführung der neuen Regeln zu Beginn des Jahres bei zugegebenermaßen nicht flächendeckenden Kontrollen im Monat durchschnittlich 1500 Verstöße registriert. Angesichts von täglich etwa 500.000 Fahrgästen liegt die Quote, das Wortspiel muss jetzt sein, im Promillebereich.

Konterkariert wird dieses Zahlenmaterial allerdings durch Ereignisse, die wahrscheinlich jeder regelmäßige Fahrgast zu bestimmten Zeiten erlebt hat, vor allem an Wochenendtagen. Dann sind Partygänger unterwegs, Gruppen, die Junggesellenabschiede feiern, oder Fußballanhänger, die die Zugfahrt zum Vorglühen oder zur Nachfeier nutzen. Unangenehm wird es immer dann, wenn die Trinkerei mit schlechtem Benehmen, Aggression gegenüber anderen Fahrgästen oder sogar Straftaten einhergeht - grölen, pöbeln, Dreck und Müll hinterlassen, Vandalismus bis hin zur Sachbeschädigung.

Deutsche Bahn führt Alkoholverbot ein

Diese Auswüchse sind es vor allem, die die Forderungen nach Alkoholverboten immer lauter werden ließen, sodass ihnen jetzt im Norden auch die Deutsche Bahn nachgegeben hat. Das früher oft benutzte und nicht von der Hand zu weisende Argument, damit treffe man auch harmlose Zeitgenossen wie den vielzitierten Feierabendbiertrinker auf der Heimreise, hat demgegenüber kein Gewicht mehr.

Das in Städten wie Hannover ständig schwelende Thema Alkoholtrinken im öffentlichen Raum wird so nicht gelöst, aber im Zug ist das noch etwas anderes als auf dem Raschplatz. Mitreisende, die sich gestört fühlen, können sich nicht entfernen.

Die durchweg positive Resonanz auf die Verbote spricht für sich, die von den Unternehmen festgestellte Akzeptanz innerhalb der Kundschaft auch. Und wer während einer in der Regel in der Region Hannover nicht länger als einstündigen S-Bahn-Fahrt partout nicht auf Bier, Wein oder Spirituosen verzichten kann, der hat vor allem auch ein schweres persönliches Problem. Für alle anderen gilt: Für das Feierabendbier sind die Bahnhofskneipe oder das heimische Wohnzimmer ohnehin der schönere Ort.

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