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Hannover Theaterbühne wird zum Waschsalon
Nachrichten Hannover Theaterbühne wird zum Waschsalon
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17:48 06.09.2018
Herr Benedikt weiß im „Waschsalon“ zu begeistern. Quelle: Frank Wilde
Hannover

Der Waschsalon als Querschnitt durch die Gesellschaft: Obdachlose suchen Wärme und Schutz vor der Witterung, Mütter waschen die Familienwäsche, Handwerker reparieren die kaputten Maschinen, Künstler und Sportler warten nebeneinander auf ihre Wäsche – Ein Ort unerwarteter Begegnungen.

Im aktuellen Programm des GOP Varieté-Theaters verwandelt Regisseur Ulrich Thon das Theater in solch einen Ort und inszeniert eine vielfältige Performance mit internationalen Künstlern. Diese Woche fand die Premiere des „Waschsalons“ statt und sorgte für ein ausverkauftes Haus. Zwischen Waschmaschinen und Waschmittelspendern begeisterten acht Performance-Künstler um Tom Murphy, Slapstick Comedian vom Broadway. Murphy schlüpfte in die Rolle des schüchternen Angestellten, der oft stolpert und sich die Finger in den Gerätschaften im Waschsalon klemmt, aber auch mit der Leiter balanciert und Klappstühle mit dem Mund trägt.

Sibongile Prudence übernahm die Rolle der singenden Salonbesitzerin. Hinter den Kulissen war sie auch für die Choreographie des Stückes verantwortlich und bekam nicht nur für ihre Gesangseinlagen, sondern auch für ihre Tänze großen Beifall. Nicht weniger Begeisterung löste Natalie mit ihren Kunsttänzen aus, die sie mit Tüchern vollführte. Eine besondere Rolle spielte Darren Burrel. Der Seifenblasenkünstler spielte den zurückhaltenden Gast im Salon, der mit seinen Seifenblasen das Publikum in seinen Bann zog.

Asha Mohamedy überzeugte das Publikum mit kunstvollen Einlagen, bei denen sie bis zu 15 Hula-Hoop-Reifen gleichzeitig in Bewegung versetzte. Herr Benedikt nutzte für seine Darbietung dagegen nur einen einzigen, mannshohen Reifen, das Cyr Wheel. Großen Applaus erhielt auch Claudia Coco Baricz für ihre gymnastischen Darstellungen und ihre Darbietung an einem schwebenden Würfel.

Kleine Wackler – aber das Publikum merkt nichts

Mit Brettern und zylindrischen Rohren balancierte Mohamed Tadei in teilweise schwindelerregenden Höhen im Handstand. Aufmerksamen Zuschauern stockte bei seiner Performance zweimal der Atem: Als er einen einhändigen Handstand auf übereinandergestapelten Backsteinen vollführte, gerieten die Steine ins Wanken und Tadei ins Rutschen, er konnte sich jedoch fangen – der Großteil der Zuschauer bekam davon nichts mit. Ein zweites Mal rutschte Tadei mit einem Brett von einem Ball und stieß mit dem Unterkiefer gegen den Ball, der sich auf einer Waschmaschine befand. Auch dies blieb vom Großteil des Publikums unbemerkt.

Nach mehr zwei Stunden endete die Darbietung mit Konfetti und Standing Ovations. Das Publikum war begeistert und entließ die Künstler erst nach Minutenlangem Klatschen und der Überreichung von Sekt und Blumen von der Bühne.

Das Varieté-Stück „Waschsalon“ wird noch bis einschließlich Sonntag, 28. Oktober, im GOP-Varieté-Theater aufgeführt. Spielzeiten und Tickets unter: www.variete.de.

Von Patrick Stein

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