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Hannover Wasser zu warm: Stadt lüftet Maschsee
Nachrichten Hannover Wasser zu warm: Stadt lüftet Maschsee
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00:17 13.08.2018
Belüftungsanlagen mit Schaufelrädchen sollen den Sauerstoffgehalt im Maschsee verbessern. Quelle: Tomma Petersen
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Hannover

Durch die andauernde Hitze hat der Maschsee ein Sauerstoffproblem. Die Stadt Hannover hat deshalb reagiert und sechs Belüftungsanlagen am Rudolf-von-Bennigsen-Ufer in den See gelassen. Die Anlagen ähneln kleinen Wasserrädern und wirken auf den ersten Blick wie ein Kinderspielzeug.

„Die Schaufelradbelüfter sollen das Wasser mit Sauerstoff anreichern und so die Lebensbedingungen für die Fische im See verbessern“, sagt Michaela Steigerwald, Sprecherin der Stadt Hannover. Auch zwei Sprudler würden im See eingesetzt. Mit zunehmender Temperatur sinke der Sauerstoffgehalt im Wasser. Das Maschseewasser habe momentan eine Temperatur von 26 Grad. „Der Einbau der Lüfter erfolgte präventiv“, so Steigerwald. Bei anhaltender Hitze könne die Temperatur im See weiter ansteigen. Deshalb laufen die Belüftungsanlagen rund um die Uhr. Damit keine Maschseeboote gegen die Belüftungsanlagen stoßen, seien die Geräte mit einer Metallkonstruktion abgesichert.

„Es gibt mehrere große Probleme in den Gewässern, die sich alle gegenseitig beeinflussen“, erklärt Stadtjäger Heinz Pyka. Je weniger Wasser ein See habe, desto weniger Sauerstoff könne er aufnehmen. „Durch die hohen Temperaturen wachsen aber mehr Algen, die am Tage durch Photosynthese Sauerstoff produzieren – und zwar viel zu viel“, sagt der Stadtjäger.

„Den Fischen im Maschsee geht es gerade nicht gut“

Tagsüber sei eine übergroße Menge Sauerstoff im Maschsee, ob der See am Tag also belüftet werden müsse, sei für ihn fraglich. Nachts, ohne Sonnenschein, könnten die Algen aber keine Photosynthese betreiben und folglich keinen Sauerstoff produzieren. „Der See kühlt gleichzeitig aber nicht ab – also ist nachts ein großes Sauerstoffdefizit im Wasser.“ Das macht ihm Sorgen. „Den Fischen im Maschsee geht es gerade nicht gut. Wir befürchten ein großes Fischsterben“, sagt Pyka, der auch Vorsitzender des Fischereivereins Hannover ist.

Auch der Wasserstand des Maschsees sinkt kontinuierlich, seit Mittwochnachmittag kann die Bootsflotte der Üstra den Anleger Strandbad nicht mehr anfahren. „Bis auf Weiteres fahren wir deshalb die Löwenbastion an“, sagt Üstra-Sprecherin Katja Raddatz. So könnten Maschseefestbesucher wenigstens in der Nähe des Südufers einsteigen. Hannovers Haussee kann momentan auch nicht – wie sonst üblich – mit Wasser aus den Ricklinger Kiesteichen aufgefüllt werden. Auch hier ist der Wasserstand niedrig, außerdem leben Blaualgen in den Teichen.

Wie lange die Belüftungsanlagen im Maschsee noch im Einsatz bleiben müssen, ist nach Angaben von Stadtsprecherin Steigerwald witterungsabhängig und dadurch unklar.

„Wind wäre schon eine positive Verbesserung für den See, starke Regenfälle nicht unbedingt, denn so gelangen zu viele Nährstoffe von den Straßen und Wiesen auf einmal in den See“, erklärt Pyka. Ein Fischsterben wäre nicht nur ökologisch fatal: „Tonnenweise tote Fische würden Fliegen anlocken und unglaublich stinken.“

Von Tomma Petersen

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