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Hannover Polizeikontrolle und Gaffer verursachen Stau auf Messeschnellweg
Nachrichten Hannover Polizeikontrolle und Gaffer verursachen Stau auf Messeschnellweg
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17:36 06.12.2018
Eine groß angelegte Kontrolle der Polizei hat am Mittwochabend der Verkehr auf dem Messeschnellweg zum Erliegen gebracht. Quelle: Satorius
Hannover

Autofahrer auf dem Messeschnellweg mussten am Mittwochabend zwischen dem Pferdeturm und dem Weidetorkreisel Behinderungen in Kauf nehmen. Sie kamen zeitweise nur im Schritttempo voran und benötigten für die Strecke rund eine Stunde. Einer der Gründe für die Verzögerung: Eine groß angelegte Kontrolle der Polizeidirektion Hannover.

Beamte der Polizeiinspektion Süd, der Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen und des Hauptzollamts Hannover hatten gegen 19.30 Uhr den Schnellweg am Weidetorkreisel voll gesperrt und leiteten den Verkehr an der Abfahrt vom Messeschnellweg in eine dort eingerichtete Kontrollstelle. Die Einsatzkräfte waren auf der Suche nach mutmaßlichen Einbrechern oder Diebesgut. Einspurig und im Schritttempo mussten die Fahrzeuge an den Polizisten vorbeifahren, damit die Beamten ins Innere der Fahrzeuge blicken konnten. Dadurch wurde das Verkehrschaos ausgelöst. Die betroffenen Autofahrer, darunter viele der 6800 Besucher des Konzerts der Gruppe Santiano in der TUI-Arena, waren verärgert. „Sorry, aber 45 Minuten Stau, da habe ich kein Verständnis für“, schreibt beispielsweise Robert Mehburger auf der Facebook-Seite der HAZ.

Vollsperrung musste zwei Mal kurzzeitig aufgehoben werden

Zwei Mal im Verlauf der Kontrolle, die gegen 1.15 Uhr zu Ende war, mussten die Einsatzkräfte die Vollsperrung der Brücke über den Weidetorkreisel notgedrungen öffnen, um Fahrzeuge weiterfahren zu lassen und so den Stau zu verringern. Doch diese Aufhebung der Vollsperrung bekamen nicht alle Betroffenen mit. Der Grund: Ein einzelner Beamter gab im Dunklen auf der Brücke das Zeichen für die Weiterfahrt. „Das wird in jedem Fall nachgearbeitet werden“, sagt Behördensprecher André Puiu.

Darum gibt es Schwerpunktkontrollen

Die Ermittlungen der Polizeidirektion Hannover haben in den vergangenen Jahren gezeigt, dass die Schwerpunkte bei Wohnungseinbrüchen und Autoaufbrüchen entlang der Autobahnen und Schnellstraßen zu finden sind. Oft haben es die Beamten mit sogenannten reisenden Tätern zu tun. Sie ziehen von Ort zu Ort, begehen ihre Verbrechen und fahren dann weiter, meist über stark frequentierte Strecken, um in der Masse der Verkehrsteilnehmer möglichst nicht aufzufallen. Aus diesem Grund nimmt die Polizeidirektion in unregelmäßigen Abständen umfangreiche Schwerpunktkontrollen vor.

„Wir erhoffen uns davon neue Erkenntnisse, die bei den zukünftigen Ermittlungen weiter helfen können“, sagt Behördensprecher André Puiu. So können die Fahnder bei derartigen Kontrollen erkennen, welcher einschlägig bekannte Straftäter sich derzeit im Raum Hannover aufhält und mit wem. Möglicherweise stoßen sie im Umfeld einer ihnen bekannten Person auf einen Verdächtigen, der bislang noch nicht in Erscheinung getreten ist. Die bei der Kontrolle in der Nacht zu Donnerstag gewonnenen Erkenntnisse werden jetzt von der Ermittlungsgruppe Wohnungseinbruchdiebstahl ausgewertet.

Nach Angaben der Polizeidirektion fuhren allerdings auch viele Verkehrsteilnehmer besonders langsam an dem Kontrollpunkt vorbei, um den Einsatz besser sehen zu können. Einige filmten sogar, erklärt ein Sprecher auf Nachfrage. Ohne die Gaffer wäre die Verzögerung für die Verkehrsteilnehmer wohl nicht so gravierend ausgefallen.

Insgesamt leiteten die Polizisten 4200 Fahrzeuge in der Nacht vom Schnellweg ab. 280 Fahrzeuge und insgesamt 320 Insassen wurden überprüft. Acht Personen wurden an angehalten, über die Erkenntnisse vorlagen, dass sie in der Vergangenheit an Einbrüchen beteiligt gewesen waren. Sie konnten ihre Fahrt nach der Kontrolle fortsetzen. Diebesgut wurde nicht sichergestellt. Zudem leiteten die Ermittler 19 Strafverfahren ein und vollstreckten einen offenen Haftbefehl. Rauschgiftspürhund Rambo, der ebenfalls im Einsatz war, erschnüffelte in einem Wagen 167 Gramm Marihuana und 32 Gramm Kokain.

Die nächtliche Kontrolle war nicht die erste ihrer Art. Im November 2017 hatten Beamte eine groß angelegte Fahrzeugkontrolle in Garbsen im Bereich der Autobahn 2 vorgenommen.

Von Tobias Morchner

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