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Hannover Wie viele Pestizide sind in den Tannen?
Nachrichten Hannover Wie viele Pestizide sind in den Tannen?
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06:30 06.12.2018
In vielen Weihnachtsbäumen wurde 2017 Gift gefunden. Quelle: Clemens Heidrich (Archiv)
Hannover

17 Weihnachtsbäume aus Baumärkten hat der Umweltverband BUND im vergangenen Jahr getestet – und in 13 der Bäume Pestizide gefunden, auch bei einem Testbaum in Hannover. Weil teilweise mehrere Giftstoffe pro Baum analysiert wurden, sprach BUND-Pestizidexpertin Corinna Hölzel von einem „Pestizidcocktail“, den sich Kunden ins heimische Wohnzimmer holten. In diesem Jahr wurde zwar kein vergleichbarer Test unternommen. „Aber es spricht nichts dafür, dass sich bei den Methoden etwas geändert hat“, sagt Hölzel.

Auch auf hannoverschen Plantagen wird gespritzt, vor allem gegen Insektenbefall und gegen Krautbewuchs zwischen den Tannen, die ihnen Nährstoffe wegnehmen. „Wir achten sehr genau darauf, dass alles nur im Rahmen der Zulassung durch die Biologische Bundesanstalt geschieht“, sagt Plantagenbetreiber Detlef Nötel aus Isernhagen. Ihn ärgern die Schlagzeilen über Giftbelastungen: „Die gemessenen Werte an Tannenbäumen müssten mal ins Verhältnis gesetzt werden zu den Grenzwerten für Lebensmitteln“, sagt er.

„Niemand wird direkt umfallen von der Belastung der Tannenbäume“, räumt BUND-Frau Hölzel ein. Dem Verband sei es vor allem darum gegangen, die Umweltbelastung durch das Spritzen der Bäume aufzuzeigen: „Das schwächt die Artenvielfalt und ist schädlich für die Natur.“

Auch in der Region Hannover lassen sich weitgehend schadstofffreie Weihnachtsbäume kaufen, zum Beispiel auf dem Hof Reverey in Gehrden-Everloh. „Nur wenn ein Baum stark zum Beispiel mit Sitkalaus befallen ist, dann spritzen wir ihn oder entnehmen wir einfach“, sagt Tanja Reverey, „sonst setzen wir keine Giftstoffe ein“. Das kleine Familienunternehmen, das kein Biohof ist, spritzt auch nicht das Gras zu Füßen der Bäume tot. „Das bedeutet für uns mehr Arbeit in der Pflege, und eigentlich müsste die Bäume deshalb teurer sein“, sagt Reverey. Mit 25 Euro pro Meter aber sind die Bäume nicht teurer als bei einigen anderen regionalen Plantagen. Die Kundennachfrage allerdings sei durch die Pestizidmeldungen aber nicht spürbar gestiegen.

Von Conrad von Meding

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