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Hannover Autofahrer standen 2017 in Hannover weniger im Stau
Nachrichten Hannover Autofahrer standen 2017 in Hannover weniger im Stau
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00:15 09.02.2018
Stau im Feierabendverkehr in Hannovers City. Quelle: Uwe Dillenberg
Hannover

  Diese Nachricht deckt sich nicht mit dem Empfinden vieler Autofahrer: Im vergangenen Jahr sollen Kraftfahrer in und um Hannover deutlich weniger im Stau gestanden haben als zuvor. Einer Auswertung des Navigations-Software-Anbieters Inrix zufolge waren es 2017 durchschnittlich 31 Stunden – im Vorjahr hingegen lag die Zahl noch bei 36 Stunden. Hannover rutschte in der Inrix-Staustatistik damit aus den Top-10 von Deutschlands schlimmsten Stau-Städten und rangiert nun auf Platz 16. Beim ADAC gibt es erhebliche Zweifel. „Das deckt sich nicht mit unserem Eindruck von der Verkehrssituation 2017“, sagt Sprecherin Christine Rettig.

Inrix ist einer der weltweit größten Anbieter von Mobilitätsdaten, Millionen Navigationsgeräte in Autos und Lkw erfassen automatisch, wie schnell sich Fahrzeuge bewegen. Sobald sich ein Auto mit maximal 65 Prozent der erlaubten Geschwindigkeit bewegt, bei Tempo 50 also langsamer als 32,5 Kilometer pro Stunde, wird der Verkehr in der Statistik als stockend oder stauend gewertet. Diese Systematik ist umstritten, denn vor allem auf innerstädtischen Straßen gilt Tempo 30 oft schon als befriedigend. Interessant ist aber die für Hannover gemessene Veränderung. Ein Rückgang von fünf Stunden entspricht gut 13 Prozent weniger Stau. Gemessen wird im Stadtgebiet und direkten Umland inklusive Autobahnkreuz, aber nur zu den Stoßzeiten.

Hannovers Autofahrer haben im vergangenen Jahr erheblich mit Baustellen zu kämpfen gehabt“, sagt ADAC-Sprecherin Christine Rettig. Sie erinnert an die Behinderungen auf dem Südschnellweg, die moantelangen Teilsperrungen am Pferdeturm und am Seelhorster Kreuz, dazu die innerstädtischen Baustellen unter anderem in der Kurt-Schumacher-Straße und am Steintor. „Ich habe erheblichen Zweifel, dass die Wartezeiten im Stau im vergangenen Jahr so stark zurückgegangen sind“, sagt Rettig

Bei Inrix gibt es keine Erklärungen zu den Daten aus den einzelnen Städten. Insgesamt wurden 73 deutsche Städte untersucht. Hannovers Stau-Wartezeit entspricht fast dem Bundesdurchschnitt, der betrug 30 Stunden. Stau-Spitzenreiter ist erneut München mit 51 Stunden durchschnittlicher Stau-Wartzeit (Vorjahr: 47 Stunden). Schuld dort seien Baustellen etwa am Sendlinger Tor und am Thomas-Wimmer-Ring gewesen, heißt es bei Inrix. Auch in Hamburg und Berlin steigen die Stau-Wartezeiten erheblich an. In Köln (minus 13 Prozent), Karlsruhe (minus 14 Prozent) und vor allem Heilbronn (minus 19 Prozent) gingen sie dagegen zurück. 

Der Inrix-Berechnung zufolge kostete den durchschnittlichen Autofahrer die Wartezeit in Hannover 1752 Euro, Sprit, Arbeitszeit und Wertverlust des Fahrzeugs eingerechnet. Kleiner Trost: In München sollen es 2984 Euro gewesen sein. 

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Von Conrad von Meding

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