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Hannover „Freiwillige Spenden“: Mitarbeiter sollen Weihnachtsfeier selbst bezahlen
Nachrichten Hannover „Freiwillige Spenden“: Mitarbeiter sollen Weihnachtsfeier selbst bezahlen
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00:21 08.12.2018
„Die Präsidenten laden ein, und wir sollen zahlen“: Die Weihnachtsfeier im Geozentrum in Groß-Buchholz sorgt schon im Vorfeld für Ärger. Quelle: Friso Gentsch/dpa
Hannover

Viele Behörden- und Unternehmenschefs richten dieser Tage Weihnachtsfeiern für die Mitarbeiter aus. Im Geozentrum in Groß-Buchholz soll sie am 12. Dezember stattfinden, aber die Stimmung vor dem Fest ist offenbar nicht besonders besinnlich. Über die Frage, wer die Party bezahlen soll, gibt es Streit.

Anlass sind E-Mails zur Vorbereitung der Feier. Eine ist an alle 1200 Mitarbeiter des Geozentrums gegangen, das die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), das Landesbergamt (LBEG) und das Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG) unter einem Dach vereint. Die drei Präsidenten der Behörden laden für den 12. zu einem „gemütlichen Beisammensein bei einer leckeren Bratwurst vom Grill, Getränken und selbst gebackenem Kuchen ein“.

Nicht auf eigene Rechnung

Auf eigene Rechnung wollen die Präsidenten die Weihnachtsfeier aber offenbar nicht ausrichten. Das sorgt für schlechte Stimmung bei einigen der Abteilungs-, Referats- und Fachbereichsleitern der BGR, denn die mittlere Führungsebene soll einen Teil der Kosten übernehmen. „Ihre selbstverständlich freiwillige Spende können Sie bis Anfang Dezember in Ihren Abteilungssekretariaten abgeben“, schreibt BGR-Präsident Ralph Wetzel an seine direkten Untergebenen. Das kam nicht überall gut an. „Die Präsidenten laden zur Feier ein, aber wir sollen dafür zahlen“, sagt einer von ihnen.

Dass die Spenden wirklich „freiwillig“ sein sollen, glauben auch nicht alle. Denn der BGR-Präsident hat bereits die Summen festgelegt: Die Abteilungsleiter sollen jeweils 30 Euro spenden, 20 Euro die anderen. Dazu hat Wetzel nicht etwa ein Sparschwein aufgestellt, in das jeder anonym seinen Beitrag stecken könnte.

Eine Liste erfasst, wer spendet – und wer nicht

Die Führungskräfte sollen das Geld stattdessen in den Sekretariaten der jeweiligen Abteilungen abgeben – und dort werden dem Anschein nach Listen über die Spender geführt. Dieser Tage wurde mindestens eine Sekretärin aufgefordert, diejenigen noch einmal per E-Mail an die Spende zu erinnern, die ihren Obolus noch nicht geleistet haben.

Einige der Führungskräfte fühlen sich dadurch genötigt. Die Befürchtung: Wer nicht spendet, könnte eine schlechte Bewertung vom Chef erhalten. „Die Leute werden unzulässig unter Druck gesetzt – von dem Mann, der ihre Leistungen beurteilt.“

Die Spende ist freiwillig

Präsident Wetzel weist das alles zurück. Das Haushaltsrecht verbiete, die Feier aus dem Etat der Behörde zu bezahlen. Daher habe sich „ein Großteil der Führungskräfte“ dafür ausgesprochen, die Feier über Spenden finanzieren. Bei den genannten Summen handele es sich nur um „Anhaltswerte“ auf Wunsch der Führungskräfte, die Spende sei freiwillig. „Eine Vorgabe zum Eintragen in Spendenlisten gibt es nicht.“ Dann kann die Weihnachtsfeier ja kommen.

Von Karl Doeleke

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