Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Kultur Barcley James Harvest kommen nach Göttingen
Nachrichten Kultur Barcley James Harvest kommen nach Göttingen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:00 22.10.2018
Les Holroyd und seine Band Barclay James Harvest kommen Ende Oktober nach Göttingen. Quelle: Picasa
Göttingen

Vor über 50 Jahren startete die britische Progressive-Rockgruppe Barclay James Harvest in Oldham/Manchester ihre musikalische Karriere. Seither brachten sie es mit Hits wie „Hymn“, „Life is for Living“ oder „Mockingbird“ zu Weltruhm.

Seit den 70er Jahren prägt Frontmann Les Holroyd den unverwechselbaren Sound der britischen Rockgruppe. Zu den Markenzeichen von Barclay James Harvest gehörte ihre instrumentale Experimentierfreudigkeit jenseits der traditionellen Formation aus Gitarre, Bass und Drums. Intensiv kamen die Effekt-Apparatur des Mellotrons, Holz- und Blechblasinstrumente oder Streichinstrumente zum Einsatz.

Die Queen, die Fans und das Geschäft

Auf ihrer aktuellen „Retrospective - 50th Anniversary Tour 2018“ macht die Band um Frontmann Holroyd am 27. Oktober Station in der Göttinger Stadthalle. Im Vorfeld sprach er im Interview über die Queen, das Musikgeschäft und treue Fans.

Les, sind Sie eigentlich der Queen jemals persönlich begegnet?

Les Holroyd: Ja, ich war der Königin einmal behilflich, als sie vor vielen Jahren bei den Burgleigh Horse Trials, einem großen Reit-Event, einen kleinen Fluss überquerte. Aber ich glaube, sie erinnert sich nicht daran, denn ich wurde nie zum Ritter geschlagen (lacht).

Seit 50 Jahren stehen Sie auf der Bühne. Was war Ihr Geheimnis, um in diesem Business zu überleben?

Sie müssen das, was Sie auf der Bühne machen, genießen, und nicht die ganze Zeit an Geld denken. Man sollte sich auf die Musik konzentrieren und nie vergessen, dass man ohne Publikum im Musikgeschäft nicht überleben würde. Viele meiner Kollegen scheinen zu denken, sie tun den Menschen einen Gefallen, wenn sie irgendwo auftreten. Die Wahrheit ist, dass wir alle nur Entertainer sind. Das dürfen wir nie aus den Augen verlieren.

Das Musikgeschäft hat sich in den letzten 50 Jahren stark verändert. Wie denken Sie über das Internet, die Downloads von Liedern, über E-Mails und solche Dinge?

Holroyd: Eines meiner Lieblings-Hassthemen ist das Internet, das den Menschen ermöglicht, kostenlos Songs herunterzuladen und Konzerte zu filmen, um sie anschließend ins Netz zu stellen. Das ist ein Verstoß gegen das Copyright und absolut illegal - Piraterei unter einem neuen Namen. Mails sind wichtig heutzutage. Ich wünschte mir nur, dass sie auch beantwortet werden. Reden die Menschen heutzutage eigentlich nicht mehr miteinander?

Immer noch gibt es viele Fans, die nach einer Reunion von Ihnen und Ihrem früheren Bandkollegen John Lees verlangen. Was ist Ihre Antwort?

Holroyd: In einem meiner neuen Songs heißt eine Zeile: „Du kannst nicht im Gestern leben.“ Die Entscheidung, auseinanderzugehen, war nach all den vielen Jahren nicht einfach. Allerdings war es unmöglich geworden, weiter miteinander zu arbeiten, auch weil Einflüsse von außen eine große Wirkung hatten. Manche Menschen dachten einfach, sie wüssten besser, wie die Zukunft der Band aussehen sollte. Natürlich spielte auch Geld eine Rolle. Ich war nicht an einer Fortsetzung interessiert, denn wenn sich etwas so sehr zum Negativen entwickelt, dann kann man nicht mehr zusammen auftreten, um ein paar Leute zu erfreuen oder um Geld zu verdienen. Das wäre eine einzige Lüge gewesen.

Karten für das Konzert in Göttingen am 27. Oktober, um 20 Uhr sind unter anderem in den Tageblatt-Vorverkaufsstellen in Göttingen, Weender Straße 44, und Duderstadt, Marktstraße 9, sowie unter tickets.goettinger-tageblatt.de erhältlich.

Von Markus Scharf

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Kaum kam das Buch in diesem Frühjahr heraus, war es schon ein Bestseller. Lucy Fricke hat am Sonnabend ihren Roman „Töchter“ beim Literaturherbst vorgestellt.

22.10.2018
Kultur Junges Theater Göttingen - Eine Liebe im Schatten der Krise

Die Spielstätte Junges Theater noch einmal vor Sanierung und Umbau erleben konnten am Sonnabend die Zuschauer von „Kleiner Mann –was nun?“ – eine Premiere, die das Publikum begeisterte.

24.10.2018

Um „Marx und die Folgen“ ist es am Montagabend beim Göttinger Literaturherbst gegangen. Sarah Wagenknecht, Jürgen Neffe und Mathias Greffrath stellten aktuelle Bezüge zu seinen Erkenntnissen her.

19.10.2018