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Kultur Inger-Maria Mahlke erhält den Deutschen Buchpreis 2018
Nachrichten Kultur Inger-Maria Mahlke erhält den Deutschen Buchpreis 2018
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00:20 11.10.2018
Inger-Maria Mahlke . Quelle: dpa
Frankfurt/Göttingen

Die Berliner Schriftstellerin Inger-Maria Mahlke erhält den Deutschen Buchpreis 2018. Die Auszeichnung für ihren Roman „Archipel“ gab der Börsenverein des Deutschen Buchhandels am Montagabend in Frankfurt bekannt.

Durch viele schillernde Details werde das Buch zu einem „eindrücklichen Ereignis“, begründete die Jury am Montagabend die Auszeichnung. Mit dem Preis wird zur Auftakt der Frankfurter Buchmesse die beste literarische Neuerscheinung des Jahres in deutscher Sprache prämiert. Es ist das erste Mal seit fünf Jahren, dass eine Frau die wichtigste Auszeichnung der Branche gewinnt.

Verwobene Familiengeschichten

In Mahlkes Roman geht es um drei Familien aus unterschiedlichen sozialen Klassen, in denen die Geschichte Spaniens Brüche und Wunden hinterlässt. Der Blick der 1977 geborenen Autorin für die feinen Verästelungen in den familiären und sozialen Beziehungen auf der Kanaren-Insel sei faszinierend. „Gerade hier verdichten sich die Kolonialgeschichte und die Geschichte der europäischen Diktaturen im 20. Jahrhundert“, urteilte die Jury weiter. General Franco hatte 1936 in Teneriffa seinen Putsch gegen die spanische Republik begonnen.

Von den sechs nominierten Titeln für die Shortlist des deutschen Buchpreises werden zwei Bücher in Lesungen des 27. Göttinger Literaturherbstes vorgestellt. Nino Haratischwili liest am Donnerstag, 18. Oktober, im Alten Rathaus aus „Die Katze und der General“ (Beginn ist um 21 Uhr). Am selben Tag stellt Stephan Thome seinen aktuellen Roman „Gott der Barbaren“ vor – diese Veranstaltung (Beginn ist um 19 Uhr) im Haus der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen ist bereits ausverkauft. Die Karten für den Göttinger Literaturherbst sind im Internet erhältlich.

Seit 2005 vergeben

Der Deutsche Buchpreis wird seit 2005 vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels vergeben. Er will den besten Roman des Jahres in deutscher Sprache küren. Verlage aus Deutschland, Österreich und der Schweiz dürfen Titel einreichen.

Eine siebenköpfige Jury, deren Besetzung jährlich wechselt, wählt zunächst 20 Titel für die Longlist aus. Später wird die Auswahl auf eine Shortlist von sechs Titeln verkürzt. Der Sieger wird traditionell am Vorabend der Frankfurter Buchmesse bekanntgegeben. Der Gewinner erhält 25 000 Euro, die anderen fünf Finalisten bekommen jeweils 2500 Euro.

Von Markus Scharf mit dpa

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