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Eckart von Hirschhausen

Der Kabarettist, dem die Frauen vertrauen

Von Uwe Janssen

Von Großhirnrinde bis Orgasmus, von Dopamin bis Blasenentzündung: Eckart von Hirschhausen hat im Aegi demonstriert, dass Beziehungscomedy auch jenseits von Mario Barth funktioniert.
Eckart von Hirschhausen

Eckart von Hirschhausen

© Florian Wallenwein

Er ist Bestsellerautor. Kabarettist. Moderator. Ab nächste Woche ist er Kolumnist beim „Hamburger Abendblatt“ und der „Berliner Morgenpost“. Er hat die Stiftung „Humor hilft heilen“ gegründet und ist Schirmherr der Apothekenaktion „Schenken Sie Kinderlachen“. Und wenn man so berühmt ist, kürt einen die Online-Partnervermittlung „Elitepartner.de“ auch noch zum drittattraktivsten deutschen Mann – hinter Grönemeyer und zu Guttenberg, vor Wickert und Udo Jürgens.

Auch auf Tournee gelten neue Regeln. Der Mann, der früher im GOP andere anmoderiert hat, füllt jetzt allein zweimal an einem Tag das hannoversche Theater am Aegi. Und selbst eine Nachmittagsveranstaltung an einem Dienstag ist ruck, zuck ausverkauft. Und dann wundert er sich, dass er in einer öffentlichen Sauna erkannt wird.

Ansonsten wundert er sich über nichts. Sondern erklärt es. Das an, in und zwischen den Menschen. Etwa dass es gebrochene Herzen wirklich gibt: „Stirbt die Frau, stirbt der Mann hinterher. Umgekehrt sieht das anders aus. Lebt der Mann ab, lebt die Frau auf.“ Achtung, dieser Mann ist Arzt, Humorist mit Hintergrund, da wird wohl schon was dran sein. Und allein ist er auch nicht („Sind Urologen hier?“).

Der Themenschwerpunkt ist der gleiche: Aber wenn Mario Barth das eine Ende von Beziehungscomedy ist, ist Eckart von Hirschhausen das andere. Klischees raus, Pschyrembel rein. Als erkennbarer Mutterwitzler scheint er viel Spaß dran zu haben, Liebesdinge durch den Kakao zu ziehen – von der Hochkultur („Romeo und Julia hatten es leicht. Die mussten nie eine Ikea-Küche aufbauen“) bis zu Maffay, Kunze und Roland Kaiser. Aber er lobt auch. Und er singt, begleitet von einem Pianisten, unter anderem „The Rose“, das Lied, zu dem Robert Enkes Sarg aus dem Stadion getragen wurde. Doch die Geschmacksgrenzen hat er immer im Blick, ob’s um Sex geht oder Krankheit oder Beziehung, Themen also, um die sein ganzes Programm kreist. Vom Beziehungsmodell ist er schnell bei Großhirnrinde und Orgasmus. Von Dopamin und Blasenentzündung springt er dann wieder zu seiner Stiftung und bittet um Unterstützung. Die er natürlich bekommt.

Dem 42-Jährigen hört man trotz einiger weniger Plattheiten und seiner ausbaufähigen Sangeskunst mit großem Vergnügen zu, er ist der Kabarettist, dem die Frauen vertrauen. Die Männer auch. Obwohl sie bei Hirschhausen nicht ganz so gut wegkommen. Aber sie bekommen immerhin erklärt, warum. Riesenapplaus – von allen.

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