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Im Gespräch

21 Jahre Nicholas McGegans Leitung


Im Gespräch zum Auftakt der diesjährigen Händel-Festspiele brachte der langjährige künstlerische Leiter Nicholas McGegan am Freitagnachmittag, 3. Juni, Amüsantes und Wissenswertes aus seinen nun rund 21 Jahren Festspielengagement in Göttingen zu Gehör. Neben dem, was gewesen ist, standen dabei auch das aktuelle Programm und ein kleiner Ausblick im Mittelpunkt.

Rückblick auf zwei Jahrzehnte: Nicholas McGegan mit seinem Nachfolger Laurence Cummings.

© Pförtner

Ein wesentliches Merkmal der künstlerischen Leitung McGegans war die bewusste Entwicklung des Schwerpunkts Oper im Festivalprogramm. Auch 1991, im ersten Jahr mit McGegan, kam eine, nämlich „Agrippina“, zur Aufführung. McGegan fungierte damals sowohl als Regisseur als auch als Dirigent. Sein augenzwinkerndes Fazit zwanzig Jahre später: „Ich kämpfte gegen mich.“ Nicht jede gute Idee des Regisseurs sei auch immer eine gute Idee aus Sicht des Dirigenten gewesen.

Dass dies aber beileibe nicht McGegans erster Auftritt bei den Göttinger Händel-Festspielen war, gab es für die Vortragsgäste zu hören: Ein wieder aufgetauchter Mitschnitt von 1980 machte ein Flötensolo des Multitalents McGegans neu erlebbar. Und irgendwie wäre der aktuelle Auftakt auch nicht denkbar gewesen, ohne McGegans kurzen musikalischen Input. Passend zum diesjährigen Festivalthema „Vive le baroque – Händel und die französische Musikkultur“ zeigte er am Cembalo anhand von Motiven aus der Oper „Teseo“, wo hier französische Elemente zu entdecken sind. Auch für den Premierenabend von „Teseo“ verband er mit dem Hintergrundwissen gleich einen Tipp für die Gäste: „Vorsicht! Nur ein kleines Bierchen vor dem ersten Teil“; denn im Gegensatz zu den überwiegend aus drei Akten bestehenden Händel-Opern ist bei „Teseo“ mit fünf Akten das französische Schema umgesetzt.

Laurence Cummings, McGegans Nachfolger als künstlerischer Leiter der Göttinger Händel-Festspiele, bekam von seinem Vorgänger nur einen Ratschlag mit auf den Weg: „Er muss machen, was er glaubt“. Auch wenn andere zweifeln, möge Cummings das „Go for it“ von McGegan im Ohr behalten. Dass er selber, McGegan, sicher nicht in die Festivalgestaltung eingreifen werde, machte er britisch-humorvoll klar: „Ich komme im Winter wieder“ – schließlich wolle er doch seine Lieblingsrestaurants und seine Freunde nicht ganz aufgeben müssen. Und auch für das Publikum gab es zum Abschied noch einmal Seelenmassage von McGegan: „Das allerbeste Händelpublikum der Welt ist hier in Göttingen. Herzlichen Dank!“

Von Isabel Trzeciok

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