Für ihre Musik hat sie bereits einige Preise, darunter den Niedersächsischen Jazzpreis 2008, eingeheimst. Aus einem der Preisgelder finanziert: Das neue Album „War das schon immer so?“, von dem es im Nörgelbuff diverse Stücke zu hören gab.
Das fünfte Instrument
Nur bei einem einzigen Lied gab es an diesem Abend einen Text. Ansonsten frönte Sängerin Hanna Jursch dem Scat-Gesang und steuerte damit ein fünftes Instrument zu der Band bei. Die eher ungewöhnliche Formation bietet Schultzing die Möglichkeit, immer wieder neue Zusammenspiele zu zelebrieren, um sie dann in gemeinsamen Parts wieder aufzulösen. So ergeben sich zahlreiche interessante Unterformationen.
Besonders schöne und stimmige Variationen trug dabei die Piano-Trio-Formation mit Klavier, Bass und Schlagzeug bei. Mit diesen reduzierten Parts bildeten sich luftige, aber anspruchsvoll-präzise gespielte Gegenstücke zu den kraftvollen und eher wuchtigen Klangvarianten der Gesamtformation, wichtig fürs Durchatmen und das genaue Hinhören im Publikum. Denn wenn alle fünf „Schultzinger“ gleichzeitig spielen, verstecken sich in den Stücken so viele Melodieläufe, Ping-Pong-Effekte und interessante musikalische Charaktere, dass beim Zuhören volle Aufmerksamkeit gefordert ist.
Den komponierenden Schultzing-Mitgliedern – Stefan Schultze und Peter Ehwald – sind einfallsreiche, spannende und erfrischende Stücke mit eigenem Stil gelungen. Und mit ihren Band-Kollegen haben sie durchweg sehr talentierte Musiker gefunden, die beim Konzert den dichten Quintett-Stücken ebenso Leben einhauchen konnten wie den überraschenden Soli, Duetten und den anderen Ansichten und Spielarten der Band.
Von Isabel Trzeciok
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