Der 48-Jährige gehört einer europäischen Jazzmusiker-Generation an, die keinem Hauptstrom folgt, sondern die Authentizität in sich selber findet. Und die heißt bei ihm: ein stilistisch nach allen Seiten offenes lyrisches Spiel. So wirkt seine Musik leicht, schwebend, verträumt und etwas entrückt – aber stets swingend mit subtilem Groove.
Wenn Fresu seine wunderschönen Kompositionen mit warmem Klang auf dem Flügelhorn spielt oder mit leichtem Ton in die Trompete haucht, biegt sich sein Körper mit jedem Ton. Er hält stets Blickkontakt mit seinen drei Musikerfreunden auf der Bühne. Immer wieder huscht allen ein glückliches Lächeln übers Gesicht.
Der Trompeter baut Spannungen auf. Elektronisch versteckt er seine Töne in Hall-Wolken und Echos. Mit Zirkularatmung hält er den Ton minutenlang.
Die Rhythmen vom Schlagzeuger Stefano Bagnoli sind federleicht. Bebo Ferra lässt seine Gitarre mal kratzbürstig klingen oder sendet vom Griffbrett aus formvollendete Töne wie glitzernde Sterne in den Raum. Der kurzfristig eingesprungene erstklassige Bassist Luca Bulgarelli aus Rom fügt sich mit seinem warmen Basstönen und den beschwingten Soli wunderbar in die Gruppe.
Nach dieser hinreißenden Musik von Paolo Fresu möchte man am liebsten nur noch Stille um sich – damit die Poesie und Schönheit dieser Klänge für immer in einem nachklingt.
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