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„Die Prinzessin auf der Erbse“

Die Hochzeit folgt postwendend


Die Türen öffnen sich und herein rauscht voller Energie eine bunt kostümierte Märchenschar. „Die Prinzessin auf der Erbse“ im Rahmen von Händel 4 Kids! zog vor allem die jungen Zuschauer in die gut gefüllte Alte Fechthalle, wo Judith Kara, Leiterin der Göttinger Ballettschule „Art la Danse“, den Part der Märchenerzählerin in einem rotgoldenen Märchengewand übernahm.

Viel Spaß an der märchenhaften Sache: Tänzerinnen der Ballettschule „Art la danse“.

© Heller

Göttingen. Kara und rund 30 Tänzerinnen und Tänzer brachten dem Publikum nicht nur das populäre Märchen von Hans Christian Andersen, sondern auch die Musik Georg Friedrich Händels näher. Gleich zu Beginn ist dessen „Wassermusik“ zu hören, dazu gibt es Spitzentanz von weißen Elfen, der nicht nur vom Publikum, sondern auch den am Rand sitzenden kleinen Tänzern bewundert wird, die schon fieberhaft auf den eigenen Auftritt warten.

Mit zauberhaften Kostümen und allerlei schönen Inszenierungsideen nimmt die Geschichte ihren Lauf: Ein Prinz möchte heiraten und kann sich über einen Mangel an Bewerberinnen nicht beschweren. Aber wie soll er unter all den vermeintlichen Prinzessinnen eine wahre Prinzessin herausfinden? Immer stimmt irgend etwas mit den Anwärterinnen nicht.

Dies wird in der Inszenierung beispielsweise durch den klassischen Ballettdutt an der falschen Stelle gezeigt. Zum Glück wissen König und Königin Rat und platzieren eine Erbse – so groß wie ein Tischtennisball und daher sehr bühnenwirksam – unter „20 Matratzen und 20 Daunendecken“. Einfache weiße Sitzkissen stehen für die Unterlagen und werden am Ende eines allerliebsten Kissentanzes zur Schlafstätte der Prinzessin gestapelt. Als diese sich am nächsten Morgen über die schreckliche Nacht auf der märchenhaften Erbse beschwert, kann der Prinz sicher sein, eine echte Prinzessin gefunden zu haben. Die Hochzeit folgt postwendend. So einfach findet man im Märchen über Nacht den Partner fürs Leben.

Der Spaß ist den Teilnehmern bei den spielerischen Choreographien von Kara und Ulrike Grell anzumerken. Dramaturgisch ist die Inszenierung in einem Punkt allerdings nicht ganz geglückt. Der Thron der Märchenerzählerin befindet sich in der Mitte der Bühne und wird vor jedem Tanz verlassen. Die langen Gänge nehmen der Inszenierung so die Spannung. Stimmiger wäre es gewesen, wenn die Erzählerin, von den Tänzern umringt, die ganze Zeit auf der Bühne gesessen hätte.

Von Marie Varela

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