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„Quartett Plus 1“

Kreatives Spiel mit zwei Kunstformen


Die Verbindung von Film und Musik ist nicht neu, doch das „Quartett Plus 1“ hat zusammen mit dem Videokünstler Vladimir Miller eine Installation namens „Stills from a song“ geschaffen, die beide Genres nicht nur fließend verbindet, sondern ihnen neue Horizonte schafft.

Live und Projektion: Musikerinnen des „Quartetts Plus 1“.

© Heller

Dafür wurde in der Alten Fechthalle ein begehbares Konstrukt aus weißer Plastikfolie geschaffen, das zugleich raffiniert als Bühne und Projektionsfläche genutzt wurde. Interessant war es daher nicht nur, den Künstlern zu lauschen, sondern auch das Publikum zu beobachten, das nach anfänglichem Zögern langsam den Raum erkundete. Immer wieder musste bei wechselnden Projektionen der Zusammenhang zwischen Bild und Realität neu erschlossen werden, die Stellung, die man dabei selbst im Raum einnahm, veränderte die Perspektive erheblich. 

Beruhigender Fluss

Die Klänge für den Abend kam aus dem Bereich der Minimal Music: Kathrina Hülsmann (Viola), Kristina Müller, Katharina Pfänder (Violine) und Lisa Stepf (Violoncello) intonierten versiert Stücke von Michael Nyman und Terry Riley . Doch im Finale ließen sie den vierstimmigen Choral „Komm o Tod, du Schlafes Bruder“ Johann Sebastian Bachs erklingen.

Die vier Musikerinnen saßen einer großen Projektion der Partitur gegenüber, die von einer Hand scheinbar beliebig mit Vortragsbezeichnungen ergänzt oder einfach gekürzt wurde. Im Laufe des musikalischen Flusses, der beruhigend durch den Raum strömte, ergaben sich bei jeder Wiederholung neue klangliche Kombinationen, bis der Choral zur Unkenntlichkeit verfremdet war. Im Film wird die Partitur zusammengefaltet und erhält die Aufschrift: „Aus dem Gedächtnis“. Die Zuschauer hingegen dürften sich noch lange an einen so besonderen Abend erinnern, denn die Suche nach Neuem hat das „Quartett Plus 1“ nicht zur atonalen Musik, sondern zum kreativen Spiel mit zwei Kunstformen geführt, das nicht nur schön anzuhören, sondern auch ein Erlebnis für die Augen war.

Von Jonas Rohde

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