Göttingen. Als Attraktion war Rapper Denis Fizner eingeladen, der sich Ficner nennt. Dieser zeigte sich ebenso frei von Berührungsängsten wie Chefdirigent Christoph Mathias Mueller und sein Orchester.
„Ich, ich will-will-will Nintendo“: So wie Mueller kann man die Anfangstakte der Sinfonie Nr. 1 Es-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart auch auslegen. Die jungen Besucher im ausverkauften Haus sind begeistert von so viel kindlicher Entschlossenheit und quietschen vor Vergnügen.
Überhaupt gibt es viel zu lachen, wenn der Dirigent in seiner drollig-charmanten Art über Musik spricht. Und was steckt nicht alles in der Sinfonie des achtjährigen Wolfgang: Kindlicher Trotz, listig-braves Flehen, eine „Mannheimer Freudenrakete“ und ein kleines bisschen Angst: Wie der Flügelschlag einer Eule durchweht Mozarts Jupiter-Motiv den nächtlichen Andante-Satz.
Dann der Auftritt von Rapper Ficner: Der singt seine Rapsongs zu der Musik Mozarts, stanzt die Silben im Stakkato-Rhythmus in die Noten hinein. Frust macht sich Luft in seinen Songs, den schnell aufeinander folgenden Reimpaaren. Mutig, witzig und frech sind die Texte, voller Anspielungen, und sie rühren auch an Missstände. Die Contenance verliert der Rapper dabei aber nie: Rhythmus und Reim sind alles, sie tragen durchs Leben. Und den „Schreck, wenn man checkt, man kann ein Meisterwerk schreiben“ hat Ficner vielleicht mit Mozart gemein.
So rappt sich der Gast genüsslich durch Teile der ersten Sinfonie sowie der Sinfonie Nr. 41 C-Dur, der Jupiter-Sinfonie. Deren Finale präsentiert das GSO dann als krönenden Abschluss: Noch einmal ist hier die geheimnisvolle Notenfolge c-d-f-e zu hören, die man aus Mozarts Erstling kennt. Das GSO spielt mit Schwung und dem schönen rauen Klang der Naturtrompeten, und die Besucher treten amüsiert, berührt und beschwingt den Heimweg an.
Von Matthias Körber
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