„Die drei ??? und der Karpatenhund“, eine der erfolgreichsten Folgen der Hörspielserie, hat die sechsköpfige Theatertruppe mit viel Liebe zum Detail, schlau eingebundenen Filmzitaten, feiner Ironie und vor allem erstaunlicher schauspielerischer Wandlungsfähigkeit für die Bühnenfassung bearbeitet. Im namengebenden (fast) Vollplaybackspiel zur originalen Hörspieltonspur atmete das Publikum im Stadthallensaal Nostalgie-Luft.
Damit dies nicht zur Langatmigkeit verkam, sorgte das Vollplaybacktheater in passend zur Zeit gewählten Filmzitaten von Rocky über die Sesamstraße bis hin zu Sister Act und Forrest Gump immer wieder für Überraschungseffekte und Lacher, indem es Stichworte oder Szenen aus dem Hörspiel frei weiterspann. Besonders gelungen: Hintergründiges zur Hauptgeschichte wurde in kurzen Filmsequenzen in den staksigen Bildern der Stummfilmära präsentiert, Anleihen an Max Schreck in Murnaus Nosferatu inklusive.
Wer zu den Krimis mit Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews eingeschlafen oder in den Urlaub gefahren ist, in diesem Fall geschätzt 90 Prozent des Publikums, fand sich wohlig zurückversetzt in die Kindheit und gleichzeitig pfiffig als Erwachsener gefordert. Für die restlichen zehn Prozent gab es auch ohne den Wiedererkennungseffekt immerhin eine Theatertruppe mit umwerfend komischen Ideen und zahlreichen Rollengesichtern zu erleben. Dass sie nicht nur den Nostalgiewunsch bedienen, sondern auch Neugier auf Neues wecken können, zeigten die Vollplaybackler mit einem ersten Vorgeschmack auf die in Kürze neu als Hörspiel erscheinende Folge „Die drei ??? Brainwash – Gefangene Gedanken“. Die drei Detektive als Hiphoper und eine Mischung aus Loriots Opa Hoppenstedt und einem Hippie machten definitiv Lust auf mehr.
Von Isabel Trzeciok
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