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Eaten by Sheiks

Phallische Posen und ein fliegender Bass


Haarscharf saust der Bass am Schlagzeug vorbei, an Crashbecken, Mikrofonständern und an den Köpfen der Mitmusiker. Bassist Gomez schlägt sein schweres Instrument auf den Boden und gegen die Decke, flankiert einen ebenso wild zappelnden Gitarristen und verfehlt nur knapp den eigenen Verstärker.

Aufgedreht, wild, unkonventionell: So zeigen sich „Eaten by Sheiks“ nicht nur bei ihrem Auftritt im Göttinger Nörgelbuff.

© EF

Nicht minder aufgedreht zeigt sich der Rest der Band, und so zeugt es von viel Erfahrung (oder viel Glück), dass niemand zu Schaden kommt. Die Musiker nicht, aber auch die Musik nicht.

Eaten by Sheiks sind nach fünfzehn Jahren Bandgeschichte noch immer voll dabei, voller Elan und Energie. Eigentlich kein Wunder, stehen sie doch heute genau dort auf der Bühne, wo damals alles seinen Anfang nahm: in Göttingen. Zwischen Leine und Fachwerk entstanden hier in den 1990er Jahren erste Platten, wurde fleißig geprobt, getourt und mit unkonventionellen Song- und Soundarrangements experimentiert. Irgendwann wurde die Stadt zu klein, und die Truppe flüchtete pünktlich zur Jahrtausendwende nach Hamburg.

Schön also, dass sie wieder da sind. Im Nörgelbuff verpacken die Scheiche ihren kratzigen Indie-Rock in eine wilde Bühnenshow. Das treibende „I Fell Bold“ oder die groovige Single „4xtra“ zeigen die Genealogie auf, erinnern an Motorpsycho, Deus und die frühen Blur. Dabei liegen die Sternstunden dieser Mixtur dort, wo in Sachen Tempo und Akrobatik ein paar Gänge zurückgeschaltet wird: Etwa wenn Sänger Ricardo Cortez die ersten Zeilen des leise-melancholischen „My Green is a Shame“ ins Mikrofon haucht. Lange kann der Rest der Band nicht stillhalten. Auch dieser Song mündet in phallischen Posen, einem fliegenden Bass und Chorgesang in Kopfstimme.

Beim letzten Lied verschafft sich die lange Zeit Gehör, die Band und Songs auf dem Buckel haben: „Welche Tonart war das? A? Das schaff’ ich nicht. Meine Stimme ist mit den Jahren tiefer geworden.“ Das ist okay, zumal es sich bei besagtem Lied um den ersten Song handelt, den Eaten by Sheiks je gespielt haben, ein Stück noch aus Göttinger Tagen. Und so schließt sich der Kreis.

Von Christian Volmari

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