Götiingen. Ihre oft kurzen Lieder thematisieren zum großen Teil die Kluft zwischen der Kindheit, ihren Illusionen und Träumen und dem Erwachsensein. „Imaginary Future“ ist das Debütalbum der Band, die so gar nichts mit französischem Film gemeinsam hat und sich 2010 gründete. Gesangsstark (oft wird als Trio gesungen), mit zwei Gitarren und einer faszinierenden, melodieseligen Mischung aus New Wave und Surf-Pop, der einerseits an Bands wie The Cure und andererseits an die Beach Boys erinnert, präsentieren sich die Nachwuchstalente mit ihren typisch finnischen Namen: Johannes Leppänen, Joni Khäkönen, Mikael Jurmo, Santtu Vainio und Antti Inkiläinen.
Lieder wie „Pretty in Decadence“ und „Lift me up“ haben eindeutiges Hitpotential und sind eine gelungene Reminiszenz an die Musik der achtziger Jahre. Der Stil der Finnen hat aber auf jeden Fall auch etwas ganz Eigenes, und nicht zuletzt durch die poetischen Texte entsteht Musik, in der man sehnsüchtig in Zukunftsträumen oder Erinnerungen schwelgt, und bei der Junge sich alt fühlen und Alte wieder jung. Zu verblüffend, um sie nicht zu erwähnen, ist dabei die Ähnlichkeit zwischen der Stimme Leppänens und der des einstigen Frontmanns von Joy Divison: Ian Curtis.
Leider dauert die unterhaltsame Show von French Films nur vierzig Minuten, und es folgt auch nur eine Zugabe. Mehr Zeit nahmen sich die attraktiven und schon ganz schön cool agierenden Jungs nach dem Konzert für Gespräche mit den weiblichen Fans, die aber keineswegs im Überschuss waren.
Hören lassen konnte sich auch die schwedische Vorband Scraps of Tape. In Moll, mit drastischen Rhythmuswechseln und vollem Körpereinsatz ging es auf der mit alten CDs und Videobändern dekorierten Bühne zur Sache. So wurde French Films vor allem laut und mit wenig Gesang die Bühne geebnet.
Von Marie Varela
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