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Rathausserenade

Seligkeit mit einem Hauch Wehmut


Kammermusik gibt kleinsten Regungen Raum: Über winzige Zeichen verständigen sich die Musiker und erwirken so ein Zusammenspiel auf höchstem Niveau – so jedenfalls erlebten es die Besucher der zweiten Rathausserenade, die mit Sergej Starzhinsky und Igor Tscherniavsky zwei gestandene Violinvirtuosen als Gäste präsentierte.

Virtuose Serenaden-Gäste: die Geiger Igor Tscherniavsky (links) und Sergej Star­zhinsky.

© Hinzmann

Zusammen mit Flötistin Bettina Bormuth und Bratschist Igor Tulchynsky vom Göttinger Symphonie-Orchester musizierten sie am Montag Werke für Duo- und Triobesetzungen.

„Graziös und virtuos“ gelang, dem Motto des Abends gemäß, sogleich der Einstieg mit dem Terzett für zwei Violinen und Viola C-Dur von Alessandro Rolla: Beschwingt und heiter stellten die Musiker dieses Werk aus der Mozart-Zeit hin, dem weitere Stücke dieser Epoche folgen sollten. Doch zunächst zeigten sich Gastgeiger Tscherniavsky und GSO-Bratschist Tulchynsky in das tiefe, ernste Zwiegespräch verstrickt, das der norwegische Komponist Johan Halvorsen in seiner Passacaglia g-Moll einer Cembalosuite Georg Friedrich Händels abgelauscht hat.
Den heiteren Serenadenton des Rokoko schlägt Ludwig van Beethoven in seinem Trio für Flöte, Violine und Viola D-Dur an. Hier begeisterte GSO-Soloflötistin Bettina Bormuth mit ihrem runden, leuchtenden Ton. Noch geschwinder als bei Beethoven ließ sie die Läufe perlen im Duo concertante für Flöte und Viola F-Dur von Franz Anton Hoffmeister, einem weiteren Zeitgenossen Mozarts.

Und wie das so ist bei Musikern, denen ein Wimpernschlag genügt zur Verständigung, ein leichtes Brauenheben, ein kurzes Kopfnicken: Es darf dann schon mal ein Schuss Virtuosität mehr sein. Den gab es mit dem Duo Concertante für zwei Violinen op. 29 von Giovanni Battista Viotti sowie dem Terzett für zwei Violinen und Viola C-Dur von Antonín Dvořák: Einmal mehr brillierten die Künstler mit ihrer virtuosen Geläufigkeit und blitzsauberen Intonation.

Dvořáks Terzett verliehen sie dabei durch den kontrollierten Einsatz des Vibrato viel Körper und zollten so der leisen Melancholie ihren Tribut, die das Werk wie ein Hauch durchzieht. Am Ende begeisterter, wiederholt aufbrausender Applaus und ein weiteres Stück von Rolla als nachdrücklich geforderte Zugabe.

Von Matthias Körber

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