Mit Joseph Joachims Romanze op. 2 Nr. 1 eröffneten die Musiker ihr Konzert vor ausverkauftem Hause: Ein gefälliges Werk erklang, das die Ausführenden gekonnt und mit leichter Hand in stetigem Fluss hielten. Zorman spielte dabei mit tragendem, runden Ton, ließ zu Beginn jedoch bei emotionalen Steigerungen eine gewisse Zurückhaltung spüren.
So richtig freispielen konnten sich die Duopartner dann in der Sonate für Violine und Klavier a-Moll von Ludwig van Beethoven. Hier setzte Zorman sein Temperament effektvoll ein, parierte die massiven Akkordschläge seines Klavierpartners mit doppelgriffigen Attacken auf der Violine. Technisch untadelig auch das filigrane „Andante scherzoso“ mit seinen fugenartigen Passagen. In das drängende, schnelle „Allegro molto“ des Schlusssatzes warf Zorman auch einige fahle Töne hinein: Ein Meister, der seinen Ton geschickt abzuschattieren weiß.
Am meisten überzeugten die Musiker das Publikum komplett besetzten Alten Fechthalle jedoch mit Robert Schumanns Sonate a-Moll op. 105.Unter den Händen . Zormans wurde der erste Satz zu einem einzigen strömenden Gesang. Von Loeb am Klavier delikat sekundiert, verband der Geiger den von Schumann geforderten „leidenschaftlichen Ausdruck“ mit hoher technischer Präzision, zwang die Fülle der andrängenden Emotionen unter einen Atem, einen Bogen.
Meister der Emotionen
Das Duo zeigte eine großartige Leistung, die mit brausendem Applaus belohnt wurde. Bei Henryk Wienawskis Themenvariationen op. 15 sowie das Poeme op. 25 von Ernest Chausson als Zugabe präsentierte sich der junge Violinist dann einmal mehr als ein wahrer Virtuose der Emotion.
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