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Deutscher Biographiepreis

„Wir gehen alle durch die Hölle“


Es ist immer das Privatleben, das interessiert. Berufliches ist langweilig“, sagt Regisseur Rosa von Praunheim. Für seinen autobiographischen Dokumentarfilm „Meine Mütter“ (2007) wurde ihm im Göttinger Kino Lumière der Deutsche Biographiepreis 2009 verliehen.

Rosa von Praunheim

© Heller

Dabei habe er sich gegen 30 weitere nominierte Biographien – unter anderem Axel Springers – durchgesetzt, erklärt Andreas Mäckler vom Deutschen Biographiezentrum aus Bad Sooden-Allendorf. Praunheims Film zeige, so Mäckler, alle Qualitäten, die eine biographische Recherche für die Öffentlichkeit interessant mache. Das Zentrum gibt es seit 2004. Es ist eine Vereinigung deutschsprachiger Biographen.

In den Film erzählt Praunheim, eigentlich heißt er Holger Mischwitzky, von der Suche nach seiner leiblichen Mutter. Vorausgegangen war dem Film ein überraschendes Geständnis seiner 94-jährigen vermeintlichen Mutter: Er sei nicht ihr leiblicher Sohn. Stattdessen hätte sie sich seiner angenommen, nachdem sie ihn 1942 während der deutschen Besatzung in einem Kinderheim in Riga gefunden hat. Praunheim machte sich daraufhin auf in die lettische Hauptstadt, um das Geheimnis seiner Herkunft zu lüften. Eine schwierige Reise beginnt.

„Rosas Höllenritt“

„Wir gehen alle durch die Hölle“ – dieses Gefühl zu erzeugen, sei, was die Gesellschaft von Biographien verlange, erklärt Praunheim. Die Themen Hölle und Biographie lassen ihn nicht los. Sein neuer Film „Rosas Höllenritt“ ist eine sehr persönliche Spurensuche nach dem Konzept der „Hölle“ und der Findung von Religionen, die sich nicht auf das Christentum beschränkt. Er läuft aktuell im Lumière.

Und für die Zukunft plane er „Friedhofvideos“. Darunter könne man sich biographische Filme über Verstorbene vorstellen, die beispielsweise am Grab gezeigt würden. „Es ist schade: Da stirbt jemand, und so viel geht verloren.“ Praunheim will dem Verlust und Vergessen entgegentreten.

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