Es soll Veränderungen im Apex geben. Wie sehen die aus?
Die Veränderungen betreffen die Gastronomie und natürlich auch den kulturellen Bereich. In der Gastronomie ist es eigentlich am Dringlichsten, weil diese uns am meisten Sorgen bereitet, da wir als Ehrenamtliche nicht immer vor Ort sein können. Wir würden uns daher gerne von der Verantwortung für die Gastronomie trennen und sie an einen Pächter übergeben. Alternativ könnte man auch an eine Betriebsleitung denken, die durchsetzungsfähig genug ist, um einen relativ großen Betrieb zu leiten. Natürlich ließe sich die Gastronomie auch verkleinern: Wir würden sie dann selbst weiter betreiben, aber nur, wenn es nicht anders geht.
Das Apex besteht seit 1971: Seit wann gibt es diese Probleme und wodurch sind sie entstanden?
Die jetzigen sind nicht zuletzt ausgelöst durch das Rauchverbot im Jahre 2007, das uns hart getroffen hat. Die Erträge der Gastronomie waren bis dahin mehr als kostendeckend, sie hat darüber hinaus auch immer einen Beitrag zur Kultur geliefert. Aktuell lassen zudem Veränderungen im Studium vielen Studenten weniger Zeit für kulturelle Aktivitäten und Interessen, weil sie stärker eingespannt sind. Die Studiengebühren mögen ein weiterer Grund sein, dass die Konzentration auf das Studium zu Lasten der Freizeit zunimmt.
Welche Probleme hat das Rauchverbot gebracht?
Wir hatten vorher eine Zweiteilung der Gastronomie in einen Nichtraucher- und einen Raucherbereich. Das funktionierte zur Zufriedenheit aller. Seit dem Verbot bleiben viele Raucher weg und orientieren sich dorthin, wo es spezielle Raucherräume gibt oder im Sommer eben in die größere oder belebtere Außengastronomie.
Seit wann sucht der Verein jetzt einen Pächter?
Die intensivere Suche hat 2008 angefangen, also suchen wir seit zwei Jahren. Es haben auch verschiedene Gespräche stattgefunden, darunter zwei sehr aussichtsreiche. Die haben sich leider aus unterschiedlichen Gründen zerschlagen.
Welches waren diese Gründe?
Zum einen sind wir nicht brauereifrei, was den Einkaufspreis beim Bier auch für einen Pächter verteuert. Zum anderen hindert im Moment der Umbau der Burgstraße, der noch bis zum November dauert, sicherlich den einen oder anderen potenziellen Pächter daran, zum jetzigen Zeitpunkt einzusteigen.
Aber das Apex ist so groß, dass es einen Raucherraum einrichten könnte.
Das stimmt. Wenn man beispielsweise den vorderen Gastraum zum Raucherraum machen würde, müsste die Entlüftungsanlage verbessert und eine Glastür eingebaut werden. Das wären Kosten von etwa 10 000 Euro. Wir haben das Geld nicht. Und dieser Raum wird von Gästen bevorzugt, die ungestört essen wollen. Da kollidieren einfach die Interessen.
Wenn es einen Pächter gibt, gibt es dann konzeptionelle Veränderungen im Apex?
Prinzipiell muss es die nicht geben: Man denke etwa an das Deutsche Theater, das mit dem Bistro offenbar gut zusammenarbeitet. Natürlich wollen wir weiter unser Kulturangebot aufrecht erhalten, und jeder Pächter muss mit der Kultur fertig werden und leben können. Aber das ist ja auch das Attraktive an dem Haus, denn die Kultur bringt Frequenz, und Frequenz bringt Umsatz. Die Kultur macht ja den Charme des Hauses als Kommunikationsort aus.
Würde der Verein auch Angebotsveränderungen zulassen? Zum Beispiel auch eine ganz andere Art von Gaststätte und Gastronomie?
Es wird sicherlich sinnvoll sein, das Angebot der Gastronomie gemeinsam zu besprechen, denn das übliche Publikum des Apex kennen wir besser, als jeder potenzielle Pächter.
Wie ist die aktuelle finanzielle Situation des Hauses?
Dem Apex wird ja nachgesagt, dass es eigentlich immer insolvent ist, und das schon seit 20 Jahren.
Nein, dem Apex wird nachgesagt, dass es immer klagt.
Jeder der von Insolvenz bedroht ist, tut gut daran zu klagen. Aber wir sind nicht der einzige Kulturträger, der klagt. Alle anderen, soweit ich das übersehe, klagen auch. Begonnen haben die Probleme eigentlich mit dem Wegfall der Zonenrandförderung 1993. Im Jahre 2001 erhielten wir eine Ziel-2-Förderung der EU, die uns bis 2006 ein wenig geholfen hat mit einer Personalstelle und Finanzmitteln unter anderem für die Werbung. Als das 2006 ausgelaufen war, blieb uns nur das erneute Klagen, weil Stelle und Mittel nicht aus eigener Kraft zu ersetzen waren. Insofern haben wir seit Jahren ein strukturelles Defizit. Die Kultur wird gegenwärtig bei uns von einem Kurator betreut und das bei mehr als 150 Veranstaltungen im Jahr. Das meiste müssen dabei sowieso die ehrenamtlich tätigen Vereinsmitglieder erledigen.
Auch jetzt gibt es Gerüchte, das Apex müsse am Monatsende schließen. Was ist dran?
Wir stecken mal wieder im sogenannten Sommerloch, eigentlich wie immer. Wir denken schon, dass es weiter geht, denn der Wetterbericht prophezeit ja gerade das Ende der Hitzeperiode.
Von Peter Krüger-Lenz
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Kommentare
apex tanja – 25.08.10
das überall gekürzt und gestrichen wird und dort geld hinein deschoben wird ,ohne zu fragen,wo es bleibt..das ist schon seltsam.und herr bodenstein zieht weiter an den fäden..der o.b sollte sehr viel verantworungsvoller mit dem geld anderer menschen umgehen. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenPotential nicht optimal genutzt Matto Jordan – 27.07.10
Wenn hier das Rauchverbot für den Umsatzrückgang verantwortlich gemacht wird, ist das recht fadenscheinig. Das Apex hat baulich, wie kaum ein anderer Gastraum in Göttingen, Möglichkeiten eine abgeschlossene Raucherzone einzurichten.Das ist nut eine der nicht Optimal genutzten Potentiale, ich denke da zum Beispiel an den Garten.
Allerdings kommt dazu, dass sich unserer liebe Regionele Presse (Damit ist nicht nur das GT gemeint) zu wenig für bestimmte Veranstaltungen interessiert. Immer wieder werden Veranstaltungen nicht nur des Apex, sondern auch z.B. des English Drama Workshops nicht besprochen, sondern als Nieschenveranstaltung abgetan; dass das den entsprechenden Einrichtugen Umsatz kostet, den sie dringend für Ihre Arbeit brauchen, liegt auf der Hand.
Und dabei geht es nicht um positive Rezensionen, auch ein Verriss ist in diesem Zusammenhang besser als gar keine Kritik. Und dies mit Verlaub gehört zu den Pflichten einer regionalen Presse: ein Forum zu bieten für eben diese kulturellen "Nieschen" Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
kommentar v. g.oettinger g. öttinger – 22.07.10
da stimme ich vollkommen zu. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenAPEX G.Oettinger – 21.07.10
Wie machen das eigentlich Kneipen wie das Exil, der Nörgelbuff, der Irish Pub und die anderen, die ständig Live Musik (Kultur) bieten und die Inhaber auch noch devon leben müssen und keine ehrenamtlichen Helfer haben?Auch in der Junkernschänke wird erfolgreich Kultur geboten und von dort hört man kein Gejammer. Scheint also selbst da Gewinn zu generieren.
Wenn ich im Apex bin habe ich immer den Eindruck die Mitglieder des Vereins sind die kleinen Könige und ihr Königreich soll auch nicht verändert werden.
Wo gehen eigentlich die ganzen Zuschüsse von der Stadt etc. hin?
Vielleicht sollte man mal ein Interview mit den möglichen Interessenten über ihre Gründe führen. Dort wird man ahrscheinlich auf andere Antworten als "Sommerloch", "Umbau" oder Rauchergesetz treffen.
Klingt für mich alles wieder mal nach dem üblichen unprofessionellen Gejammer der Apex Betreiber. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
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