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12. Kunst-Gala in der Stadthalle Göttingen

Elf Top-Acts auf der Hauptbühne 12. Kunst-Gala in der Stadthalle Göttingen

Wer noch nie eine Kunst-Gala in der Stadthalle erlebt hat, dürfte sich am Sonntag beim Einlass gewundert haben. Erst kurz vor Beginn öffnen sich die Türen für das Publikum: Vorher nämlich laufen noch die letzten Proben für das Event, bei dem sich die gut 150 teilnehmenden Künstler die Vorbereitungszeit im Minutentakt teilen müssen.

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Applaus-Finale: Die rund 150 Mitwirkenden der 12. Kunst-Gala auf der Bühne der Göttinger Stadthalle entlocken den gut 800 Zuschauern Begeisterungsstürme.

Quelle: Heller

Göttingen. Doch dem Zuschauer bereitet dies außer einer kleinen Wartezeit keine Probleme. Und so sind im Nu die Foyers der Stadthalle mit dichten Scharen erwartungsfroher Menschen gefüllt.

Sie freuen sich an den Sprachspielen des Hiphoppers Souffleur („Zieh mich in deinen Bann-jo“), an den musikalisch-tänzerischen Interaktionen von Ove Volquartz (meditativ am Saxofon) und Caro Frank, am Domino-Theaterprojekt „Passengers“ und an den eleganten Nachwuchs-Jongleur-Vorführungen der „Malabaristas“ aus dem Kaz.

Wer den Weg in die obere Etage gefunden hat, bewundert die berührenden Fotos das Kaz-Fotoprojekts „Lebenswelten“, das Begegnungen von Jugendlichen mit Bewohnern des Seniorenzentrums Göttingen zum Thema hat. Oder er hat seine Freude an dem fantasievoll gestalteten Bootsskelett, das junge Männer aus dem Offenen Vollzug im Projekt „Kunst im Vollzug“ des Göttinger Kunstvereins gebaut haben.

Das alles – einschließlich Walk-Act der Gruppe „Improsant“ vom Theater im OP – sind aber nur Vorspeisen zum elf­teiligen Hauptprogramm auf der Bühne im Großen Saal. Hier präsentiert sich die ganze Vielfalt der Göttinger Kulturszene musikalisch, tänzerisch und darstellerisch auf hohem Niveau.

Elf Top-Acts auf der Hauptbühne.

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Musikbeiträge liefern Natalie Kundirenko und Julia Bar­tha mit der hochvirtuos und mit sattem Ton dargebotenen „Tzigane“ von Ravel, der Kaz-Chor unter Hans Kaul mit Liedern von Elton John („Can you feel the love tonight“), Billy Joel und Andrew Lloyd Webber und die Gruppe „What The Funk“ mit ihren messerscharfen Bläsersätzen im Finale.

Bewegung gibt es von den Nachwuchsakrobatinnen des Kaz, von Tadashi Endos Jubiläums-Workshop mit einer faszinierenden Butoh-Choreografie zu Strawinskys „Sacre“ und von dem grazilen Nachwuchs der Ballettschule „Art la Danse“, der Gioconda Bellis Buch „Werkstatt der Schmetterlinge“ tänzerisch gekonnt umsetzt.

Theater gibt es gleich fünffach.  „Rosenwinkel“, ein Stück des Boat People Projekts, setzt sich mit der Rückführungsproblematik auseinander, „Fridas Weg“ von der Theaterwerkstatt Göttingen mit Fragen der Reproduktionsmedizin. Das Junge Theater präsentiert einfallsreich ein Entschuldungs-Sparprogramm mit gekappter Musik, das Deutsche Theater bringt den Saal mit Loriot-Szenen zum Toben.Das tun auch Lars Wätzold und Kathrin Richter von der Comedy Company, die im städtischen Entwässerungsamt ihre Emotionen spontan auf den Punkt bringen.

Durch den Abend führt Judith Kara, Leiterin der Ballettschule „Art la danse“, gemeinsam mit dem geschäftsführenden Intendanten der Internationalen Händel-Festspiele Göttingen, Tobias Wolff. Sie machen das so charmant und sympathisch, dass man sie glatt für professionelle Moderatoren halten könnte. Ein weiterer Beruf für die beiden? Warum nicht? Beim augenblicklichen Sparkurs in Sachen Kultur wäre es gewiss sinnvoll, ein zweites Pferd im Stall zu haben.

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