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Saitenspiele und Klangwelten

Göttinger Gitarrennacht im Alten Rathaus Saitenspiele und Klangwelten

Bis kurz vor Beginn standen Musikfans an, um noch eine Karte zu bekommen. Vor ausverkauftem Haus luden die Gastgeber Peter Funk und Herbert Wegener zur 15. Göttinger Gitarrennacht ins Alte Rathaus. Mit Clive Carroll und dem Duo El Macareno & Silvio Schneider präsentierten sie hochkarätige Gäste.

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Berauschende Spielleidenschaft

Englischer Gitarrist Clive Carroll.

Quelle: Niklas Richter

Göttingen. Strahlend kommen Funk und Wegener auf die Bühne. Und die Musik mit der sie den Abend eröffnen, sorgt auch beim Zuhören gleich für gute Laune. Mit ihren Resonatorgitarren, die den Sound voller klingen lassen, und zwischen Swing, Folk und Country unterwegs, lassen sie ihrem „kleinen Faible für Hawaii-Musik“ freien Lauf. Wobei ein besonderes Merkmal ihres Fingerstyle-Gitarren-Sounds die hierzulande eher selten zu hörende und auf den Knien liegende Lapsteel-Gitarre ist, die von Wegener auf hawaiianische Weise mit einem Steelbar gespielt wird. Zwischendurch lässt Funk die Ukulele hüpfen.

So geht es nach einem 30er-Jahre-Song von Billie Holiday entspannt an den Strand von Waikiki. Und nach einem „Mississippi Blues“ in dem die Schwere des Lebens mitklingt, lassen sie ein „Steelguitar Jubilee“ temporeich swingen.

Traditionellen Fingerstyle spielt Clive Carroll nach einer ersten Pause. Und der sympathische Mann aus Essex, der mit John Renbourn durch Amerika und Europa tourte, danach für weitere zwei Jahre mit Gitarrenlegende Tommy Emmanuel auf Tour ging, unter anderem von Popsängerin Madonna für ein Privatkonzert gebucht wurde und auf der Bühne mit seinem Witz besticht, gilt nicht umsonst als einer der weltweit „angesagten Virtuosen auf der akustischen Gitarre“.

Technisch virtuos zaubert der Stringsteelgitarrist auf seinem Instrument und bezaubert mit seinen ideengeladenen Eigenkompositionen zwischen Blues, Jazz, Folk und klassischer Gitarrenmusik. Exzellent inszeniert von Tontechniker Andreas Thamm. Und „The Prince᾽s Waltz“ lässt mit wenigen angezupften Klängen ganze Klangwelten entstehen. Atemberaubend tanzen seine Finger über die Saiten bei einem Irish-Folk-Song. Und auf dem Gitarrenkorpus klopft, tupft, ratscht er, um die Stille am kanadischen Polarkreis zu intonieren. Ein neues Stück, das Carroll erstmals öffentlich spielt, lässt die höchst begeisterten 300 Zuschauer lauschen, träumen und genießen. Einfach ein Erlebnis. Ein Weltklassegitarrist des modernen Fingerstyles.

Flamenco-Fusion, eine weitere virtuose Facette akustischer Gitarrenmusik aus Flamenco, Rumba und lateinamerikanischen Klängen zu einem eigenen Stil gemischt, präsentiert das Duo El Macareno & Silvio Schneider. El Macareno aus dem andalusischen Cordoba, der seine Solo-Karriere als Musiker in Deutschland startete und ehedem auch schon im Nörgelbuff gespielt hat, lässt seine Finger in atemberaubendem Tempo über die Saiten fliegen und Klanggirlanden ziehen. Schneider mit seinem „Groovy World Guitar“-Stil bringt in einer bittersüßen Eigenkomposition die Klänge zum Flirren. Ob solo oder im Duo, ihre Musik ist wie in Töne gegossenes Lebensgefühl. Ihre Coverversion von der legendären Platte „Friday Night in San Francisco“ gleicht einem flüchtig leichten Windhauch. Mit einem Riesen-Applaus bedankt sich das begeisterte Publikum.

Von Karola Hoffmann

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