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1500 Besucher erleben 30 Bands in neun Locations

Night of the Clubs 1500 Besucher erleben 30 Bands in neun Locations

Zum achten Mal ging am Sonnabend die Night of the Clubs über die Bühnen zahlreicher Göttinger Musiklokale. Rund 1500 Musikfans pilgerten bei spätherbstlichen Temperaturen gut gelaunt von Kneipe zu Kneipe. Voll war es mancherorts, von Überfüllung und Warteschlangen allerdings keine Spur. Rein kam jeder, der das neongrüne Bändchen am Handgelenk trug.

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Variantenreiches Spiel auf der Akustikgitarre: Katharina Franck.

Quelle: Heller

Bereits kurz nach Beginn der Veranstaltung ist es gut voll im Blue Note am Wilhelmsplatz. „The Age of Sound“ aus Hamburg, Indie-Rocker mit Beat-Attitüde und eingängigen Melodien, bringen das Volk zum Tanzen. Spaß haben offensichtlich auch drei verkleidete Jungs im plüschigen Ganzkörper-Outfit als Kuh, Wolf und Elch. Zwei Stockwerke über dem Traditionsclub, in der Alten Mensa, steht der Soloauftritt von Katharina Franck an. Nach dem druckvollen Auftritt von „Jazztified“ verlassen allerdings zahlreiche Besucher den teilbestuhlten Saal. Die ehemalige Sängerin der „Rainbirds“ überzeugt durch ihre ausdrucksstarke und wandlungsfähige Stimme und variantenreiches Spiel auf der Akustikgitarre. Klug sind eigene sowie gecoverte Stücke aufgebaut, starke Spannungsbögen halten die Titel zusammen. Mit intensiver Bühnenpräsenz lebt Franck ihre Songs expressiv auf der Bühne aus. In den ruhigen Passagen könnte man im Saal die vielzitierte Stecknadel fallen hören. Das aufmerksame Publikum jubelt und applaudiert heftig – zu Recht.

Im Cartoon steht Jürgen Ufer auf der Bühne. Der vormalige Gitarrist und Sänger von „Eaten bei Sheiks“ hat die Band verlassen um sich solo zu verwirklichen. Texte mit Tiefgang und Melodien voller Poesie verlangen genaues Hinhören, wenn der Song-Poet sein neues Album „Kopf in den Sternen“ vorstellt. In der Alten Mensa hat derweil Niels Frevert, Ex-Kopf der Hamburger Band „Nationalgalerie“, die Bühne betreten und entführt die Besucher in seine Welt. Wechselnd zwischen Akustik- und E-Gitarre besingt Frevert sein Stadtviertel, die verflossene oder unerreichbare Liebe. Melancholisch erinnert er sich in „Niendorfer Gehege“ an das letzte Klassentreffen. Diese mitunter seltsamen Situationen des Wiedersehens kennt jeder, aber wer könnte sie so poesievoll erzählen. Intensiver Hörgenuss mit Gänsehautfaktor, den auch der Elch in der ersten Reihe regungslos genießt.

Lokationswechsel unter Polizeischutz: Zahlreiche Mannschaftswagen patrouillieren nach der Conny-W.-Demo immer noch durch die Göttinger City. Im rappelvollen Exil rocken „Alpha Academy“. Druckvoll, geradlinig und melodiös spielen sich die Jungs zielsicher ins Tanzbein. Gute Laune und Pogo satt im Kellerclub. Leider sind Sänger Dominiks Texte erst in der zweiten Hälfte einigermaßen zu verstehen.

Diese Probleme hat Maria von den „Superstarfuckers“ im Anschluss nicht. Ihr stimmgewaltiges Organ bricht sich Bahn bis in den letzten Winkel. 80er-Jahre-Cover im Rock-Crossover-Gewand, wie wir sie gerne schon damals gehört hätten, verpackt in eine energiegeladene Show.

Erwartungsgemäß voll ist es auch im Max L. „Soulcake & the Horns Deelite“ haben ihre Trennung zum Ende des Jahres bekannt gegeben und spielen ihr vorletztes gemeinsames Konzert. Da will jeder noch einmal dabei sein. Die Mannen um Sänger Sascha Münnich geben alles. Besonders gefallen, einmal mehr, die Bläsersektion und Ulf Nolte, das Tier an der Gitarre. Nach zwei Zugaben strömen die Menschen hinaus in die kühle Nacht. Nur der Elch ward nicht mehr gesehen.

Von Christoph Mischke

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