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„30 Jahre Papierarbeit“ von Theo Köppen im Göttinger Künstlerhaus

Wahrheiten an der Wand „30 Jahre Papierarbeit“ von Theo Köppen im Göttinger Künstlerhaus

„Ich nehm’ ein Stück Kreide und schreib’ ’ne Wahrheit an die Wand“, heißt es bei den Swinging Mescaleros, deren Sänger und Liedtexter Theo Köppen von 1978 bis 1983 war. Eines ihrer Lieder wird im Gewölbekeller des Künstlerhauses vom Band abgespielt, zur Ausstellungseröffnung des ehemaligen Bandleaders, der auch Schriftsteller und Zeichner ist.

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Stellt im Künstlerhaus aus: Theo Köppen

Quelle: Heller

Göttingen. Er ist eines von den Gesichtern, die in Göttingens Kulturszene immer wieder und an vielen Orten zu sehen sind. Theo Köppen wird am 5. März 60 Jahre alt – die Hälfte dieser Zeit ist mit der Ausstellung: „30 Jahre Papierarbeit“ zumindest auf künstlerischer Seite dokumentiert. Zu sehen ist, was bisher selten gezeigt wurde.

In Tusche auf Papier hängen die schnellen, konzentrierten Zeichnungen an den Wänden, mal rot, mal schwarz auf weiß, mal mehrfarbig, meist kleinformatig und vielgliedrig. Sie geben nicht gleich auf den ersten Blick ihre Motive preis. In reduziertem Gestus, kalligrafisch beinahe,  erscheinen Bewegungslinien und Körperformen, fügen sich zur wohlproportionierten Formensprache kleiner Geschichten oder doch zumindest zu seriellen Abfolgen zusammen. Schnurrende Katzen, sich umschleichende Personen, weit gereiste Figuren, Schatten wie Diebe. Witz und Humor und ein Blick für die Absurditäten und kleinen Wahrheiten in Alltag und Sprache zeichnen sie aus. 

Ohne Titel: Tuschzeichnung von Theo Köppen. © Heller

Quelle:

Zeitschriften, Gedichtbände, Comichaftes und lose Blätter

Daneben sind übermalte Gedichte im Einklang mit Köppens Interpretation zu finden. In der Mitte des Kellers präsentieren Vitrinen Zeitschriften und Gedichtbände, Comichaftes und lose Blätter. Exemplare der in den Jahren 1988 bis 1994 mit Peer Schröder herausgegebenen „Zeitschrift für angewandtes Alphabet und Kunst“ liegen hier neben Bänden wie „Wasser aus der hohlen Hand“ oder „Rauschende Laterne“. „Alles, was man über Göttingen sagen kann“, liest Köppen in seinem jüngsten Gedicht, gleich darauf folgt eine sarkastisch tönende Hommage an die Freude. Im Keller öffnet sich der Blick auf ein nachdrücklich verfolgtes Arbeiten, das Wahrheiten leicht nimmt und doch immer wieder anhebt, sie zu finden.

Die Ausstellung ist im Gewölbekeller des Künstlerhauses, Gotmarstraße 1 in Göttingen, dienstags bis freitags von 16 bis 18 Uhr und an den Wochenenden von 11 bis 13 Uhr noch bis zum 24. März zu sehen.

Von Tina Lüers

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