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Regional Kreis steht zu Kloster und Welterbe
Nachrichten Kultur Regional Kreis steht zu Kloster und Welterbe
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20:19 07.05.2017
Quelle: Michael Paetzold
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Walkenried

Eine heiter-leichte Melodie summend zogen die Musiker von Gitanes Blondes in den Doppelten Kreuzgang des Klosters Walkenried ein, das Publikum dezent motivierend, einzustimmen. Was folgte, war unter dem Titel „Journey“ ein besonderes Konzert, ein meisterlich gestalteter Streifzug der „blonden Zigeuner“ durch die Weltmusik mit Liedern vom Balkan, aus Spanien, dem Kaukasus oder Irland, mit Klassischem von Edvard Grieg oder Gershwins „Summertime“, gekonnt verwoben mit dem eilenden Grundmotiv des Sommers aus Vivaldis vier Jahreszeiten.

Warum dieses musikalische Durcheinander? Diese Frage stellte sich der aus Kroatien stammende Violinvirtuose Mario Korunic selbst und gab dem Publikum am Vorabend der für Europa so wichtigen Präsidentschaftswahlen in Frankreich die Antwort: „Unsere Musik soll zeigen, dass nebeneinander Leben und Existieren wunderschön sein kann.“ Dafür gab es Applaus.

Empfang im Kapitelsaal

Der Auftritt von Mario Korunic, Konstantin Ischenko (Akkordeon), Christoph Peters (Gitarre) und Simon Ackermann (Kontrabass) am Sonnabend war Teil der Eröffnung der 34. Walkenrieder Kreuzgangkonzerte, die mit einem offiziellen Empfang von Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft begann, unter den Gästen viele Gönner und Förderer der traditionellen Konzertreihe.

An sie ging der Dank des Künstlerischen Leiters Thomas Krause. „Sie sorgen mit Ihrem Engagement für Planungssicherheit“, lobte dieser. Qualität und Vielfalt zeichneten das weit über die Grenzen des neuen Landkreises Göttingen hinaus bekannten Festivals aus.

Mit im Boot ist auch der neue Landkreis Göttingen. Für ihn sprach Landrat Bernhard Reuter (SPD). Man stehe zum Kloster Walkenried und zu den Kreuzgangkonzerten, versprach er. Der neue Landkreis könne das aus starker finanzieller Position heraus mit mehr Kraft leisten als der Altkreis Osterode. „Wir profitieren alle von den neuen Strukturen“, verwies er auf die Kreisfusion. Tobias Henkel, Stiftungsdirektor Braunschweigischer Kulturbesitz, vernahm das erfreut. 2015 hatte die Stiftung die Liegenschaft sowie die Trägerschaft für die Walkenrieder Kreuzgangkonzerte vom damaligen Landkreis Osterode übernommen. „Rückkehrer werden in Klöstern bekanntlich gerne wieder aufgenommen“, scherzte Henkel während seiner Ausführungen später in Richtung Reuter, räumte aber ein, dass der Landrat im fernen Göttingen Walkenried wohl nie ganz aus den Augen verloren habe.

Welterbe-Jubiläum

Neben der Eröffnung der Konzertreihe gab es einen weiteren bedeutsamen Anlass zum Feiern: Das Welterbe ehemaliges Erzbergwerk Rammelsberg und Altstadt Goslar – 2010 kam die Oberharzer Wasserwirtschaft dazu – begeht die Ernennung durch die Unesco vor 25 Jahren. Auch dem Welterbe sagte der Göttinger Landrat Unterstützung in Form eines namhaften Betrages zu.

Stiftungsdirektor Gerhard Lenz erläuterte den Gästen die Dimensionen des Welterbe-Trios auf 200 Quadratkilometern mit etwa 2 000 teils sehr bedeutenden Objekten. Mit drei Infozentren, einem in Clausthal, einem in Goslar und einem im neben dem Kloster gelegenen Herrenhaus in Walkenried wolle man den Besuchern die Möglichkeit bieten, das Welterbe in Gänze wahrzunehmen. In spannenden Ausstellungen können sich die Gäste dann kostenfrei an zum Teil interaktiven Stationen über das Thema Welterbe informieren und das flächenhafte Welterbe direkt von hier aus erkunden. „Wir sind derzeit dabei, das Welterbe zu vernetzen und zu erschließen“, verwies Lenz auf den Auftrag der Stiftung. Nach dem Empfang blieb Zeit, sich im Kreuzgang auszutauschen. Für die Bewirtung hatte das Hotel Romantischer Winkel um Hotelchef Josef Oelkers gesorgt.

Mit dem gleichen Lied auf den Lippen wie beim Einzug und diesmal mit kräftiger gesanglicher Unterstützung des Publikums zogen die Musiker nach einem begeisternden Konzert aus dem Kreuzgang. Auch das ist Kammermusik, aber eben doch ganz anders und besonders. „Es muss ja nicht immer staatstragend sein“, freute sich Kreiswohnungsbau-Geschäftsführer Hans-Peter Knackstedt über das Konzert.

Das Unternehmen tritt in dieser Saison zum 24. Mal als Hauptsponsor auf.

Von Michael Paetzold

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