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Ausstellung zu 100 Jahre Unabhängigkeits Finnlands

58 Fotografien Inhas in Göttingen Ausstellung zu 100 Jahre Unabhängigkeits Finnlands

Der finnische Fotograf Into Konrad Inha soll mit seinen Fotoaufnahmen ein Wegbereiter der Unabhängigkeit Finnlands von Russland im Jahr 1917 gewesen sein. 58 Fotos des „Photopioniers mit der Plattenkamera“ sind seit Sonntag in der Galerie Alte Feuerwache in Göttingen zu sehen.

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Besucher während der Ausstellungseröffnung.

Quelle: Peter Heller

Göttingen. Der finnische Fotograf Into Konrad Inha soll mit seinen Fotoaufnahmen ein Wegbereiter der Unabhängigkeit Finnlands von Russland im Jahr 1917 gewesen sein. 58 Fotos des „Photopioniers mit der Plattenkamera“ sind seit Sonntag in der Galerie Alte Feuerwache in Göttingen zu sehen.

Verantwortlich für die Wanderausstellung mit dem Titel „Ein Fenster in die Vergangenheit“ ist die Projektgruppe Inha in Deutschland der Deutsch-Finnischen Gesellschaft. Am 6. Dezember, dem finnischen Nationalfeiertag, wird das Land den 100. Jahrestag seiner Unabhängigkeit von Russland feiern. „Der Beginn der Unabhängigkeit am 6. Dezember liegt aber bereits im März 1917, als der russische Zar seinen Rücktritt erklärt hat“, berichtete Wilhelm Tietje, Vorsitzender der Deutsch-Finnischen Gesellschaft Niedersachsen. Denn dadurch habe Finnland, das als Großfürstentum dem russischen Reich angegliedert war, keinen Herrscher mehr gehabt. Inha, der 1865 geboren wurde, habe durch seine Fotografien, auf denen er viele Teile des Landes festgehalten habe, auch einen Teil zur Unabhängigkeit beigetragen.

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Werke von Into Konrad Inha sind bis Dezember in der Alten Feuerwache in Göttingen zu sehen

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„Die Idee zur Wanderausstellung ist 2015 anlässlich des 150. Geburtstags von Inha entstanden“, sagte Thomas Stagneth, Mitglied der Projektgruppe Inha in Deutschland, während der Eröffnung. Der Fotograf, der mit seiner Kamera Landschaft und Bräuche des nordeuropäischen Landes festgehalten habe, habe bereits in seiner Schulzeit ein Interesse für Kunst und Fotografie entwickelt. „Denn in seinem Elternhaus gab es, was früher eher ungewöhnlich war, eine Kamera“, sagte Stagneth. Besonders begeistert habe ihn hierbei die finnische Natur, die er auch später mit seiner Plattenkamera für die Nachwelt auf Platte festgehalten habe.

Beitrag zum Erhalt der finnischen Geschichte

„Seine beste Zeit hatte Inha in den 1890er-Jahren“, berichtete Stegnath den rund 40 Gästen der Vernissage. Die meisten Bilder der Ausstellung in der Alten Feuerwache stammten daher auch aus dieser Zeit. In den Jahren 1892 und 1893 habe er den Auftrag gehabt, Sehenswürdigkeiten in Nord- und Ostfinnland zu fotografieren. „Dabei hat er auch einen Abstecher nach Karelien gemacht, jener Region Finnlands, die heute zum Großteil zu Russland gehört“, sagte Stegnath. Die Region habe Inha so sehr begeistert, dass er 1894 die beschwerliche Reise nach Karelien erneut angetragen habe, um für mehrere Monate dort die Landschaft auf insgesamt 270 Platten festzuhalten. „40 Fotos von dieser Reise sind in der Ausstellung zu sehen“, sagte Stegnath.

Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) betonte in seiner Rede, dass Inha selbst zwar eher unbekannt sei, aber mit seinen Aufnahmen nicht nur zur Unabhängigkeit des Landes, sondern auch zum Erhalt von Geschichten und Bräuchen beigetragen. „Für die meisten ist Finnland heute ein modernes Land, doch über seine Geschichte wissen sie oftmals nur wenig“, sagte Köhler. Er dankte zudem den beiden Galeristen Gisela Hyllus und Jörg Dreykluft für ihre Bereitschaft die Wanderausstellung in ihrer Galerie zu zeigen. Dreykluft sagte in seiner Ansprache, dass sie gern bereit gewesen sind Inhas Werke zu präsentieren. „Denn der Anspruch für unsere Galerie ist, eine kulturelle Begegnungsstätte zu sein“, sagte Dreykluft.

Im Anschluss an die Eröffnung nutzten die Besucher die Gelegenheit mit dem Begleitband in der Hand die 58 Fotografien zu betrachten und sich untereinander darüber auszutauschen. Die Ausstellung ist noch bis Sonntag, 26. November in Göttingen zu sehen. Danach soll sie nach Osnabrück weiterziehen.

Von Vera Wölk

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