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Regional Theater und Musical in der Ruine
Nachrichten Kultur Regional Theater und Musical in der Ruine
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17:20 01.07.2018
Spektakulär: Die In der Ruine steht die große Bühne der Festspiele. Quelle: r
Bad Hersfeld

Mit Ibsens Schauspiel „Peer Gynt“ werden die 68. Bad Hersfelder Festspiele am 6. Juli eröffnet. Bis zum 2. September stehen in der Stiftsruine außerdem die Musicals „Titanic“ und „Hair“ auf dem Spielplan, dazu „Shakespeare in Love“ in einer Bühnenfassung nach dem oscargekrönten Film von 1998.

Joern Hinkel hat im Januar Dieter Wedel als Intendant abgelöst. Wedel war wegen zahlreicher Berichte über sexuelle Übergriffe gegen Schauspielerinnen zurückgetreten, sein Stellvertreter Hinkel übernahm das Amt kommissarisch. Vom Programm abgesetzt wurde daraufhin die geplante Eröffnungspremiere „Das Karlos-Komplott“, Wedels Neufassung des Schillerschen Dramas, das nun durch „Peer Gynt“ ersetzt ist. Neben den vier Produktionen in der Stiftsruine stehen im Schloss Eichhof „Indien“ von Josef Hader und Alfred Dorfer und Hemingways „Der alte Mann und das Meer“ in der Bühnenfassung von Jens Hasselmann und Marie-Luise Gunst auf dem Programm. Ergänzt wird das Festspielangebot durch das Kinderstück „Lenas Geheimnis“ von Franziska Reichenbacher, das am 16. August in der Stiftsruine uraufgeführt wird.

„Peer Gynt“

In der Eröffnungspremiere „Peer Gynt“ am Freitag, 6. Juli, spielt Christian Nickel die Hauptrolle. Regie führt Robert Schuster, seit 2004 Professor für Regie an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“. Corinna Pohlmann spielt die Bauerntochter Ingrid und die Trollprinzessin. Nickel und Pohlmann waren in den vergangenen beiden Jahren in Bad Hersfeld in „Hexenjagd“ und „Martin Luther – Der Anschlag“ zu sehen. Ibsens Schauspiel sei „ein zeitloses, sinnliches, von Phantasie und skurrilen Figuren überbordendes Theaterfeuerwerk, voller Wärme und Humor, eine schonungslose Selbstanalyse, ein bezauberndes, trauriges, fröhliches, grimmiges Theatermärchen“, heißt es in der Festspiel-Ankündigung.

Musicals: Titanic“ und „Hair“

Das Musical „Titanic“ folgt als zweite Festspiel-Premiere am Freitag, 13. Juli, eine Wiederaufnahme der erfolgreichen Inszenierung von Stefan Huber aus dem Vorjahr mit dem Orchester der Bad Hersfelder Festspiele unter der musikalischen Leitung von Christoph Wohlleben, ein „imposantes, stimm- und bildgewaltiges Musical mit rund 40 Sängern und Tänzern“, wie 2017 die Agentur dpa berichtete. Die zweite Musical-Produktion „Hair“ hat am Freitag, 3. August, Premiere – exakt 50 Jahre nach der skandalumwitterten deutschen Erstaufführung 1968. Vor knapp 25 Jahren stand „Hair“ schon einmal in der Stiftsruine auf dem Programm. Die aktuelle Inszenierung hat Gil Mehmert übernommen, ein Spezialist für Theater mit Musik, Musical und Musiktheater, der nach einem Musikstudium in Köln einen Regiestudiengang bei August Everding absolvierte und jetzt an der Folkwang Hochschule in Essen lehrt. Seine jüngste „Hair“-Inszenierung 2016 im Münchner Staatstheater am Gärtnerplatz wurde mehrfach ausgezeichnet. Seine damalige Choreografin Melissa King ist auch für die Produktion in der Stiftsruine engagiert. In Hersfeld hatte Mehmert 2015 „Cabaret“ mit Helen Schneider herausgebracht.

„Shakespeare in Love“

Allein mit sieben Oscars wurde 1998 der Film „Shakespeare in Love“ ausgezeichnet, dazu mit drei Golden Globes, dem Silbernen Bären in Berlin und zahlreichen weiteren Preisen. Er basiert auf einem Drehbuch von Marc Norman und Tom Stoppard. Lee Hall hat das Drehbuch zu einem Bühnenstück umgearbeitet, das 2014 in London uraufgeführt wurde. „Selten hat sich der Transfer eines Films so gelohnt wie hier. Shakespeare in Love ist ganz großes Kino, das erst im Theater seine wahre Heimat findet“, schrieb damals der Daily Telegraph. 2017 erlebte das Stück seine deutschsprachige Erstaufführung im Wiener Theater in der Josefstadt. In Bad Hersfeld steht nun am Freitag, 20. Juli, die deutsche Erstaufführung von „Shakespeare in Love“ auf dem Spielplan. Regisseur ist der Niederländer Antoine Uitdehaag, der seit 1990 in Deutschland arbeitet, seit 2007 am Renaissance-Theater Berlin.

„Indien“

Intendant Hinkel zeichnet als Regisseur für das skurrile Stück „Indien“ der österreichischen Kabarettisten Josef Hader und Alfred Dorfer verantwortlich, das am Sonnabend, 28. Juli, im Schloss Eichhof Premiere hat. Hader und Dorfer haben aus ihrem Theaterstück einen Film gemacht, der 1993 herauskam. Das „Lexikon des Internationalen Films“ hat ihn eine Komödie genannt, die „von hinreißend komischen Dialog-Attacken geprägt ist, aber auch den Umschwung zum ernst-melancholischen Melodram mit Fabulierfreude, bissigem Witz, präziser Beobachtungsgabe und vor allem einer lebensbejahenden Heiterkeit meistert.“ Gespielt wird „Indien“ von Robert Joseph Bartl (Fellner) – 2015 in Bad Hersfeld Hakam in Shakespeares „Komödie der Irrungen“ – und Mathias Znidarec (Brösel), der von 2007 bis 2011 am Berliner Ensemble engagiert war und jetzt zum Ensemble des Staatstheaters Darmstadt gehört. Dort war Znidarec 2017 Regisseur von „Indien“, kennt sich also mit diesem Stück bestens aus. Die Live-Musik (Leo Gmelch) „schlägt sowohl bayerische als auch indische Töne an“, berichtet Regisseur Hinkel.

„Lenas Geheimnis“

Um Menschen, Mäuse und Zauberwesen geht es in „Lenas Geheimnis“, einem Stück für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, das am Donnerstag, 16. August, seine Uraufführung in der Stiftsruine erlebt. Autorin und Regisseurin Franziska Reichenbacher spielt in ihrem Stück mit dem, was jeden Sommer in der Hersfelder Stiftsruine geschieht und mit dem, was sein könnte. Dabei treten Schauspieler und Sänger aus den aktuellen Inszenierungen zusammen mit Kindern auf und lernen dabei viel über die Protagonisten des „geheimen Stiftsruinen-Universums“, den Mäusen nämlich, wie es in einer Ankündigung heißt. Die Journalistin und Fernsehmoderatorin Franziska Reichenbacher – bekannt durch die Ziehung der Lottozahlen in der ARD – spielte erstmals 2015 in Hersfeld („Komödie der Irrungen“) und inszenierte dort zwei Märchen für Kinder: 2016 „Die goldene Gans“ und 2017 „Das tapfere Schneiderlein“.

„Der alte Mann und das Meer“

Als letzte Festspielpremiere 2018 folgt am 26. August im Schloss Eichhof die Bühnenfassung von Ernest Hemingways Novelle „Der alte Mann und das Meer“ von Jens Hasselmann und Marie-Luise Gunst. Der alte Mann: das ist Horst Janson, der seit 2010 zusammen mit Marie-Luise Gunst mit dieser Theaterfassung in mehr als 135 Gastspielen durch Deutschland, Österreich und die Schweiz getourt ist. Regisseur Hasselmann – auch für die karibischen Klänge zuständig – hatte mit seiner Fassung die Erben und den Verlag von Hemingway derart überzeugt, dass er erstmals das Recht erhielt, den Stoff auf einer Bühne zu zeigen. Der Barmann in Hemingways Novelle ist durch eine Barfrau ersetzt, gespielt und gesungen von Marie-Luise Gunst.

Die Termine:

„Peer Gynt“ (Stiftsruine): Fr, 6. Juli, 21 Uhr (ausverkauft), Sa, 7.Juli, 21 Uhr, So, 8. Juli, 20.30 Uhr, Di, 10. Juli, 20.30 Uhr, Sa, 14. Juli, 21 Uhr, Di, 24. Juli, 20.30 Uhr, Mi, 25. Juli, 20.30 Uhr, Sa, 28. Juli, 21 Uhr, Di, 31. Juli, 20.30 Uhr, Sa, 4. August, 21 Uhr, Do, 9. August, 20.30 Uhr, Sa, 11. August, 21 Uhr, Di, 14. August, 20.30 Uhr, Fr, 17. August, 20.30 Uhr, So, 19. August, 15 Uhr, Di, 21. August, 20 Uhr, Mi, 29. August, 20 Uhr, Sa, 1.September, 20.30 Uhr.

„Titanic“ (Stiftsruine): Fr, 13. Juli, 21 Uhr, Sa, 14. Juli, 15 Uhr, So, 15. Juli, 20.30 Uhr, Mi, 18. Juli, 20.30 Uhr, Sa, 21. Juli, 15 Uhr, Sa, 21. Juli, 21 Uhr, So, 22. Juli, 15 Uhr, Mo, 23. Juli, 20.30 Uhr, Fr, 27. Juli, 21 Uhr, Sa, 28. Juli, 15 Uhr, So, 29. Juli, 15 Uhr.

„Shakespeare in Love“ (Stiftsruine): Fr, 20. Juli, 21 Uhr, So, 22. Juli, 20.30 Uhr, Do, 26. Juli, 20.30 Uhr, Fr, 27. Juli, 15 Uhr, Sa, 4. August, 15 Uhr, Mi, 8. August, 20.30 Uhr, Fr, 10. August, 15 Uhr, So, 12. August, 20.30 Uhr, Do, 16. August, 20.30 Uhr, Sa, 18. August, 15 Uhr, Sa, 25. August, 15 Uhr, So, 26. August, 20 Uhr, Di, 28. August, 20 Uhr, Fr, 31. August, 20.30 Uhr, Sa, 1. September, 15 Uhr.

„Indien“ (Schloss Eichhof): Sa, 28. Juli, 20.30 Uhr, So, 29. Juli, 20.30 Uhr, Mo, 30. Juli, 20.30 Uhr, Di, 31. Juli, 20.30 Uhr, Mi, 1. August, 20.30 Uhr, Do, 2. August, 20.30 Uhr, Fr, 3. August, 20.30 Uhr, Sa, 4. August, 20.30 Uhr, So, 5. August, 20.30 Uhr, Mo, 6. August, 20.30 Uhr, Di, 7. August, 20.30 Uhr, Do, 9. August, 20.30 Uhr, Fr, 10. August, 20.30 Uhr, Sa, 11. August, 20.30 Uhr, Mo, 13. August, 20.30 Uhr, Di, 14. August, 20.30 Uhr, Mi, 15. August, 20.30 Uhr, Fr, 17. August, 20.30 Uhr, Sa, 18. August, 20.30 Uhr, So, 19. August, 20.30 Uhr, Mo, 20. August, 20.30 Uhr, Di, 21. August, 20.30 Uhr.

„Hair“ (Stiftsruine): Die Premiere Fr, 3. August, 21 Uhr und die weiteren Vorstellungen bis Sa, 11. August, 15 Uhr sind bereits ausverkauft, ebenso die Vorstellung Sa, 18. August, 20.30 Uhr. Karten gibt es noch für So, 12. August, 15 Uhr, Mo, 13. August, 20.30 Uhr, Mi, 15. August, 20.30 Uhr, Fr, 17. August, 15 Uhr, So, 19. August, 20 Uhr, Mo, 20. August, 20 Uhr, Do, 23. August, 20 Uhr, So, 26. August, 15 Uhr, Mo, 27. August, 20 Uhr, Do, 30. August, 20 Uhr, Fr, 31. August, 15 Uhr, So, 2. September, 15 Uhr.

„Lenas Geheimnis“ (Stiftsruine): Do, 16. Juli, 10.30 Uhr, So, 19. August, 11 Uhr, Mo, 20. August, 10,30 Uhr, Di, 21. August, 10.30 Uhr.

„Der alte Mann und das Meer“ (Schloss Eichhof): So, 26. August, 20.30 Uhr, Mo, 27. August, 20.30 Uhr, Di, 28. August, 20.30 Uhr, Mi, 29. August, 20.30 Uhr, Do, 30. August, 20.30 Uhr, Fr, 31. August, 20.30 Uhr, Sa, 1. September, 20.30 Uhr

Online gibt es Karten über gt-tickets.de. Tickets können telefonisch unter 0 66 21 – 64 02 00 bestellt werden, per E-Mail unter ticket-service@bad-hersfelder-festspiele.de. Ermäßigte Plätze und Plätze für Rollstühle und Rollstuhl-Begleitung können nicht online gebucht werden.

Die Anreise:

Mit der Bahn:

Hinfahrt:

Göttingen ab 12.40 Uhr (RB, umsteigen in Bebra), Bad Hersfeld an 14.08 Uhr;

Göttingen ab 16.41 Uhr (IC, RB, umsteigen in Kassel-Wilhelmshöhe), Bad Hersfeld an 18.08 Uhr;

Göttingen ab 17.45 Uhr (IC, RB, umsteigen in Kassel-Wilhelmshöhe), Bad Hersfeld an 19.08 Uhr, fährt nur sonntags, nicht vom 1. bis 15. Juli;

Göttingen ab 18.40 Uhr (RB, umsteigen in Bebra), Hersfeld an 20.08 Uhr.

Rückfahrt:

Bad Hersfeld ab 22.50 Uhr (RB, Direktverbindung), Göttingen an 0.17 Uhr.

Wer diese Verbindung nicht erreichen kann, sollte lieber in Bad Hersfeld übernachten. Beispiel: Bad Hersfeld ab 0.27 Uhr, Göttingen an 5.15 Uhr, oder Bad Hersfeld ab 2.25 Uhr, Göttingen an 3.23 Uhr (nicht täglich).

Zu Fuß sind es vom Bahnhof zur Stiftsruine 1,1 Kilometer, ein Weg von etwa 15 Minuten.

Mit dem Auto

Über die A 7 (Abfahrt Bad Hersfeld West, weiter auf B 324) sind es 107 Kilometer, bei üblicher Verkehrslage beträgt die Fahrtzeit etwa eine Stunde acht Minuten. Alternative: B 27, Fahrstrecke 99 Kilometer, Fahrtzeit etwa eine Stunde 16 Minuten. Im Zentrum der Stadt befindet sich ein großer Parkplatz: Am Markt (kostenpflichtig: montags bis sonnabends 8 bis 21 Uhr, erste 30 Minuten 50 Cent, jede weiteren 15 Minuten 50 Cent).

Zu Fuß sind es vom Parkplatz zur Stiftsruine (ausgeschildert) etwa 400 Meter in fünf Minuten.

Von Michael Schäfer

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