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3. Nikolausberger Musiktage

Schlusskonzert 3. Nikolausberger Musiktage

Rappelvoll war die Klosterkirche am Montag beim Abschlusskonzert der 3. Nikolausberger Musiktage. Zu Gast waren das Göttinger Barockorchester und als Solist der Trompeter Rupprecht Drees. Das begeisterte Publikum entließ die Musiker erst nach mehreren Zugaben.

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Abschlusskonzert der Musiktage.

Quelle: Schäfer

Nikolausberg.. Rappelvoll war die Klosterkirche am Montag beim Abschlusskonzert der 3. Nikolausberger Musiktage. Zu Gast waren das Göttinger Barockorchester und als Solist der Trompeter Rupprecht Drees. Das begeisterte Publikum entließ die Musiker erst nach mehreren Zugaben.

Ein festliches Programm präsentierte das von Konzertmeister Hans-Henning Vater geleitete Orchester in schlanker Besetzung mit je drei ersten und zweiten Violinen, zwei Bratschen, Violoncello, Violone und Cembalo. Den konzertanten Werken – Torellis Trompetenkonzert D-Dur, eine Suite aus Händels „Wassermusik“, das Concerto aus Bachs Kantate „Bringet dem Herrn Ehre seines Namens“ BWV 148 und Telemanns D-Dur-Suite – waren drei Streicher-Concerti von Vivaldi kontrastierend gegenübergestellt.

Rupprecht Drees, Solo-Trompeter an der Staatskapelle Weimar, zuvor von 2002 bis 2006 in gleicher Position am Göttinger Symphonie-Orchester, ist ein hochprofessioneller Musiker. Sein Ton auf der ventillosen Barocktrompete hat eine enorme Strahlkraft, besitzt dabei aber immer eine wunderbare Weichheit. Deshalb kann er auch eine „Aria“ – so der originale Satztitel bei Händel und Telemann – ganz gesanglich gestalten. Dazu ist Drees ein Virtuose auf seinem Instrument, der nirgends ein Gefühl von Anstrengung vermittelt und den glänzenden Jubel ganz entspannt entfaltet.

Bemerkenswert tiefe Ausdruckskraft

Diese Spielweise passt perfekt zum Musizierstil des Göttinger Barockorchesters, der von Temperament, tänzerischem Gestus und „sprechender“ Melodieführung geprägt ist. Vater hat keine Angst vor raschen Tempi, so dass Finalsätze auch keck und übermütig klingen dürfen. Dabei kann er sich stets auf die Virtuosität seiner Kolleginnen und Kollegen verlassen. Dieser spritzigen Lebendigkeit steht in den langsamen Sätzen eine bemerkenswert tiefe Ausdruckskraft gegenüber.

Davon war das Publikum hellauf begeistert, spendete den Schlussbeifall stehend und forderte Zugabe um Zugabe. Besonders schön, dass das selten zu hörende Bach-Concerto – im Original mit einer Chorpartie verschränkt – am Ende noch ein zweites Mal erklang.

Info: Eine CD mit Bass-Solokantaten von Bach, gesungen von Henryk Böhm, begleitet vom Göttinger Barockorchester unter Antonius Adamske, ist als Produktion der 2. Nikolausberger Musiktage 2016 erschienen (Coviello Classics COV 91704, 20 Euro).

Von Michael Schäfer

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