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Abstruses und Alltägliches mit C und Schacht

„Die Feisten“ Abstruses und Alltägliches mit C und Schacht

Es war ein vom Publikum gefeiertes Heimspiel: „Die Feisten“ haben am Sonnabend in der nicht ganz ausverkauften Göttinger Stadthalle ihr Programm „Adam und Eva“ vorgestellt. Am Ende gab es Standing Ovations für das Duo Matthias „C“ Zeh und Rainer Schacht.

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Die Feisten“ haben am Sonnabend in der nicht ganz ausverkauften Göttinger Stadthalle ihr Programm „Adam und Eva“ vorgestellt.

Quelle: Arne Bänsch

Göttingen. Auch wenn die beiden Feisten längst nicht mehr in Göttingen wohnen: Die Liebe zur Stadt ist immer noch da. „Die Schillerwiese, der Rosdorfer Baggersee, das Bratwurstglöckle“, schwärmte Schacht. Und es kam sogar ein wenig Wehmut auf: Für ein paar Jahre, während des Umbaus der Halle, werde es hier kein Konzert geben. Dann müssten wohl die Dorfgemeinschaftshäuser in Holtensen, Geismar oder Bovenden herhalten. Überhaupt die Göttinger Stadthalle: Wenn bei der Sanierung ihren „Hitzeschildkacheln“ das Ende drohe, muss eine Bürgerinitiative das Schlimmste verhindern. Die Lacher ihres Publikums waren den Feisten sicher.

Rund 900 Fans waren am Sonnabend in die damit nicht ganz ausverkaufte Stadthalle gekommen. Musikalisch boten C und Schacht ihnen einen Querschnitt aus ihrem Repertoire und auch ein paar neue Stücke waren dabei.

Duft der großen, weiten Welt

Etwa eines über das Rauchen: Waren es früher der coole Marlboro-Mann, der Abenteuer versprach, oder Peter Stuyvesant, der den Duft der großen, weiten Welt verströmte, hafte dem Rauchen heute ein „Image wie Donald Trump“ an. Oder ein neuer Song über übermäßigen Knoblauchgenuss, dem sich Schacht und C hingeben. Fazit: „Ein Tag ohne Knoblauch ist ein verlorener Tag.“ Das Publikum johlte.

Dazwischen gab es immer wieder Klassiker aus dem Feisten-Fundus: etwa Hallo, Dieter, Nussschüsselblues, Ranjid oder Flamingo Dolores.

Plaudereien mit gewisser Eloquenz

Schachts und Cs nette Plaudereien zwischen den Stücken, die absolut gleichberechtigt neben den Songs stehen, sorgten für reichlich Lacher bei den Fans. Nicht alle Pointen zündeten zwar gleich gut (“Das hätte jetzt auch von Mario Barth oder Chris Tall sein können“, kommentierte ein Frau im Publikum), ihnen gemein war aber die gewisse Eloquenz, mit der Schacht und C sie vortragen.

Die Feisten skizzieren Alltägliches und Abstruses. Und das so gut , dass sie für ihre „meisterhaft komische Miniaturen aus dem nicht selten absurden deutschen Alltag“, so die Begründung der Jury, mit dem deutschen Kleinkunstpreis 2017 in der Sparte Chanson, Lied, Musik ausgezeichnet worden sind.

Spiel den Genres

C und Schacht spielen in ihrem Programm mit den musikalischen Genres: Lateinamerikanisches, Indisches und Afrikanisches findet sich dabei ebenso wie Blues, Hip Hop, Pop, Schlager oder Anlehnungen an die großen amerikanischen Vokal-Ensembles der 50er und 60er Jahre.

Viel benötigen Die Feisten nicht dafür. Abgespeckt und minimal sind ihre Arrangements, dabei musikalisch gar nicht mal platt. Schacht wechselt zwischen Gitarre, Mandoline, Ukulele, Sitar („Schon ist die Esoterik da“) und Beatbox und dazu erzählt C säuselnd seine Alltagsminiaturen.

Nach zwei Zugaben ging im Saal das Licht an. Das Publikum dankte den Feisten für das kurzweilige Konzert mit stehenden Ovationen.

Von Michael Brakemeier

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