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Akademische Orchestervereinigung spielt Debussy und Zemlinsky

Nasser Themenabend Akademische Orchestervereinigung spielt Debussy und Zemlinsky

Abtauchen mit der AOV: Die Akademische Orchestervereinigung hat ihr Semesterkonzert in der Göttinger Stadthalle mit Claude Debussys „La Cathédrale engloutie“, Sergei Rachmaninows „Die Toteninsel“ und Alexander Zemlinskys „Die Seejungfrau“ zu einem musikalischen Themenabend gemacht.

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Konzertierten besonnen, aber niemals behäbig: Die AOV unter der Leitung von Lorenz Nordmeyer.

Quelle: Vetter

Göttingen. Debussy hebt seine versunkene Kathedrale nur für rund fünf Minuten aus der Tiefe. In der Prélude für Klavier, die von Henri Busser orchestriert wurde, arbeitet er äußerst effektvoll mit archaischer Tonalität und einfacher Motivik.

Sergei Rachmaninows Toteninsel indes zieht ihren Reiz nicht zuletzt aus ihrer rhythmischen Anlage. Die sinfonische Dichtung beginnt mit aufsteigender Motivik im 5/8-Takt, die sich durch das gesamte Stück zieht. Reizvoll nun ist die in ihrer ätherischen Langsamkeit leicht überhörbare Aufteilung in wechselnde Zweier- und Dreiergruppen, mit denen Rachmaninov die Ruderzüge Charons erklingen lässt.

Die AOV unter Lorenz Nordmeyer ließ dem Fährmann der griechischen Mythologie genügend Zeit für seine Überfahrt. Nordmeyer führte seinen Klangkörper mit elegischem Schwermut und dramaturgischem Geschick und verstand es, keine der einzelnen Stimmen zu sehr in den Vordergrund abtreiben zu lassen.

Alexander Zemlinskys Seejungfrau kombinierte er mit gelesenen Auszügen des  Kunstmärchens von Hans Christian Andersen. Da könnte man unken, dass er damit das Werk zerreißt, aber irgendwie war die Kombination aus Wort und Musik auch reizvoll. Allemal, da sich die AOV in der randvollen Stadthalle auch über zahlreiche junge Zuhörer freuen durfte.

Von Jonas Rohde

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