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Akustik-Gitarrist Chris Proctor im Apex

„Saitensprünge“ Akustik-Gitarrist Chris Proctor im Apex

Medley? Mischmasch? Potpourri? Der US-amerikanische Gitarrist Chris Proctor aus Salt Lake City weiß einfach nicht, wie er seine Songs beschreiben soll. Braucht er auch nicht, denn er hat seine Gitarre, die für ihn spricht und wenige, aber ihm treu ergebene Zuhörer im Göttinger Apex.

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Mit maßgeschneiderter Gitarre: Chris Proctor.

Quelle: Vetter

Göttingen. Proctor widerfuhr, wovon jeder Gitarrist nur träumen kann: Gitarrenhersteller Taylor war dem amtierenden „US National Fingerstyle Champion“ so zugetan, dass er ihm eine Gitarre auf den Leib schneiderte. Taylor ehrte damit vor allem seine Verdienste um die Fingerstyle- Gitarre. Das ist gut zehn Jahre her.

Inzwischen hat Proctor sein zehntes  Album – „Close and Personal Friends“ – heraus- und mit ins Apex gebracht. Die Songs verraten seine musikalischen Wurzeln und seine wichtigen musikalischen Begleiter durch die vergangenen 30 Jahre, allen voran die Musiklegenden aus Liverpool.

Kunstvoll, elegant und organisch verbindet Chris Proctor Beatles-Welterfolge wie „Revolution“, „Good Day Sunshine“, „It’s getting better“ und „With a little help from my friends“. Aber auch Paul Simon und Lynyrd Skynyrd blitzen ab und an durch. Dabei strahlt der in schwarz-weiß gekleidete, schlaksige Proctor eine große, angenehme Ruhe aus, sucht allürenlos und sympathisch den Kontakt zum Publikum und übt sich – zumindest bis zur Pause – wacker im Deutschen.

Der Zuhörer gerät in einen faszinierenden Sog der unterschiedlichen Einflüsse: Blues, Folk, Country, Soul, Rock und Pop gespickt mit schottischem Volkstanz und karibischen Klängen. Noch dazu kann man kaum glauben, dass eine Gitarre allein all diese Klänge hervorbringt.

Proctor enttarnt immerhin einen seiner Spezialeffekte, den E-Bow, ein Gerät für elektrisch verstärke Gitarren, das Saiten mit einem Magneten in Schwingung versetzt und einen geradezu sphärischen Klang erzeugt.  Aber damit ist eigentlich noch gar nichts erklärt. Neben Fleiß und Arbeit war in diesem mehr als zweistündigen Konzert einfach ein großes Talent und ein Meister seines Faches zu erleben.

Von Marie Varela

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