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Regional Alfons Planer zeigt „Transversive“ Objekte in Göttingen
Nachrichten Kultur Regional Alfons Planer zeigt „Transversive“ Objekte in Göttingen
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00:30 26.04.2018
Ausstellung „TRANSVERSIVE, a processual selfforming sculpture" von Alfons Planer: Der Künstler im Weißen Saal mit seinen Arbeiten. Quelle: Niklas Richter
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Göttingen

Wer durch die Tür des Künstlerhauses tritt, wird momentan von einem Hauch Waldstimmung umweht. Harzgeruch liegt in der Luft. Der Geruchssinn ist also der erste, der von Planers Arbeiten angesprochen wird. Mit ersten Bildern im Kopf und möglicherweise auch gleich ein wenig entspannter als vorher betritt man also bereits den Ausstellungsraum im Weißen Saal des Künstlerhauses. Zu sehen sind hier eine Zeichnung und einige ausgewählte Plastiken, darunter vor allem Objekte, die der Künstler selbst als Transversive bezeichnet.

Kunstgegenstände aus Harz

Entspanntes sich Zeitnehmen und genaues Hinschauen lohnen hier, denn es handelt sich nicht um starre, unveränderliche Kunstgegenstände. Planers zeitaufwendig selbst gesammeltes Material ist kiloweise Harz, vor allem Fichtenharz. Erwärmt und grob in an Tropfen erinnernde Form gebracht, hängen die Objekte nun an starken Ketten von der Decke des Ausstellungssaals oder in einem rostigen Metallgestell. Und sie entwickeln – Harz bliebt nun mal ständig in Bewegung – ein echtes Eigenleben, ziehen und verformen sich, zähe Tropfen folgen der Schwerkraft, kristalline Stücke brechen ab und fallen auf den Boden. Das alles passiert natürlich extrem langsam, aber doch so schnell, dass man es als Betrachter mit ein wenig Ruhe wahrnehmen kann.

Ein auf dem Boden liegendes Skelett eines Nadelbaums erinnert an die Herkunft des Materials. Waldboden gibt, unter das Harz gemischt, einem beinahe schwarzen Objekt seine Farbe. Überhaupt sind Farbe, Textur und Form die spannenden Elemente in Planers Arbeiten. Von Weitem betrachtet ebenso wie beim Blick aus unmittelbarer Nähe, denn gerade da gibt es eine schier endlose Vielfalt zu entdecken von kleinen Einschlüssen bis hin zu einer glänzenden, glasartigen Oberfläche.

Aus Planers österreichischer Heimat

Planers Harzobjekte haben bereits einige Jahre auf dem Buckel. Und da der Künstler sie in unterschiedlichen Positionen ausstellt, mal liegend, mal hängend, entwickelt sich auch ihre Form stets neu und unterschiedlich weiter, erzählt von all dem und auch ein klein wenig davon, was der harzgebende Baum, möglicherweise aus Planers Heimat, dem Defereggental in Österreich, so alles erlebt hat.

Sehen, Riechen, und – am liebsten würde man es tun – auch Anfassen und darüber Streichen: Die Transversive von Alfons Planer sprechen viele Sinne an, sind tief- und vielsinnig und lassen ganz bestimmt nicht kalt. Wiederholter Ausstellungsbesuch ist hier durchaus zu empfehlen – immerhin werden die Objekte einige Tage später nicht mehr so aussehen wie beim ersten Besuch.

Öffnungszeiten der Ausstellung

Die Ausstellung „Transversive“ von Alfons Planer ist noch bis zum 13. Mai im Weißen Saal des Künstlerhauses Göttingen, Gotmarstraße 1, zu sehen. Sie ist dienstags bis freitags von 16 bis 18 Uhr sowie sonnabends und sonntags von 11 bis 16 Uhr geöffnet.

Von Isabel Trzeciok

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