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Regional Allerbeste Laune diesseits und jenseits der Rampe
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00:16 04.01.2013
Nur äußerlich reglos: Alphorn-Solist Eran Levi mit dem Göttinger Symphonie-Orchester unter Christoph-Mathias Mueller. Quelle: Heller
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Er verpflichtete den aus Israel stammenden Alphorn-Virtuosen Eran Levi und stellte den Abend folgerichtig unter das Motto „Alpenglüh’n“.

Ein Alphorn – in der üblichen Stimmung gut dreieinhalb Meter lang – hat keinerlei technische Vorrichtungen wie Ventile oder Klappen. Die verschiedenen (Natur-)Töne kann ihm der Spieler ausschließlich mit präzisem Einsatz von Lippenspannung und Anblasdruck  entlocken. Einige dieser Naturtöne reiben sich mit den in der Musik sonst üblichen Tönen: Solche Rauigkeiten sind also nicht etwa Spielfehler – und tragen zum besonderen Reiz dieses Instruments bei.

An Werken des ungarischen Komponisten Ferenc Farkas und des schweizerischen Musikers Daniel Schnyder präsentierte Levi seine Kunst. Sein Körper bleibt dabei völlig unbewegt. Doch die äußerliche Reglosigkeit täuscht, denn was Levi aus diesem Instrument an Beweglichkeit der Linien, an verschiedenen Klangfarben, an Sanglichkeit des Tones, ja auch an rhythmischem Impuls hervorzaubert, ist enorm.

Die stilistische Bandbreite reichte von zum Teil rhythmisch vertrackten ungarischen Klängen (Farkas) über avantgardistische und jazznahe Farben (Schnyder) bis zu mitreißenden tänzerischen Episoden (Zugabe: Konzertsatz von Carl Rütti).

Komplettiert wurde das Programm des Abends in der ausverkauften Göttinger Stadthalle mit drei zauberhaft schwingenden Walzern von Johann Strauß, der kompositorisch ein wenig sperrigen „Engadiner Folklore“ von Otmar Nussio, der wunderbar schmissigen Suite „Südlich der Alpen“ von Ernst Fischer und der Polka „Unter Donner und Blitz“ von Johann Strauß, die an einem Silvesterabend nicht fehlen darf. Christoph-Mathias Muellers temperamentvolles Dirigat ließ helle Funkengarben blitzen.

Dem Motto des Abends war auch die zweite Zugabe gewidmet: „Heidi, deine Welt sind die Berge“ mit dem ganzen Publikum als Mitsing-Chor. Zum guten Schluss gab’s den Radetzky-Marsch. Dabei zeigte sich das Orchester in allerbester Spiellaune, irgendwelche Ermüdungserscheinungen waren ihm auch nach zwei Stunden nicht anzumerken.

Selbst  die wild-virtuosen Geigen- und Bratschensoli – Natalie Kundirenko und Janusz Nosarzewski – im Rütti-Konzert am Ende des Abends klangen noch taufrisch. Brausender Beifall, beste Laune diesseits und jenseits der Rampe.

Das Programm ist noch einmal – geleitet von Reto Parolari – am Freitag, 4. Januar, um 19.45 Uhr in der Göttinger Stadthalle zu hören. Am Dienstag um 16 Uhr waren dafür noch genau 17 Karten verfügbar.

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