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Anat Edri und Alon Sariel im Göttinger Clavier-Salon

Laute und Gesang Anat Edri und Alon Sariel im Göttinger Clavier-Salon

Eher untypisch für den Göttinger Clavier-Salon gestaltet sich das Konzertprogramm am Freitagabend. Die aus Israel stammenden Musiker Anat Edri und Alon Sariel verzichten auf Tasteninstrumente und begeisterten ihr kleines Publikum stattdessen mit Gesang und Erzlautenspiel.

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Schaffen intime Atmosphäre: Anat Edri (l.) und Alon Sariel.

Quelle: Vetter

Sie legen den Schwerpunkt auf die englische und italienische Barockmusik, die, wie Lautenist Sariel meint, durch die geringe Besetzung eine besonders intime Atmosphäre erzeuge. Clavier-Salon-Betreiber Gerrit Zitterbart verspricht einen Abend voll „weit entfernter und doch vertrauter Musik“.

Die erste Hälfte des Konzerts steht im Zeichen der Werke von Dowland und Purcell, die nicht durch Effekte, sondern ihre Leichtigkeit bestechen. Leise erklingen die Töne aus Sariels Laute, der klare und glanzvolle Sopran Edris erstrahlt über dem zarten Fundament.

Sie überzeugt an diesem Abend nicht nur durch ihren großartigen und gefühlvollen Gesang, sondern auch durch Mimik, mit der sie jedem gesungenen Wort und jeder Emotion noch einmal zusätzliche Tiefe verleiht. Sariel spielt zusätzlich einige Lauten-Soli, die häufiges Umstimmen seines Instrumentes erfordern.

Charmant überbrückt der Musiker diese Phasen mit kleinen Scherzen und Geschichten über das Lautenspiel und erheitert damit die Gäste.

Die zweite Konzerthälfte ist den Werken italienischer Musiker gewidmet, wie der Toccata III von Michelangelo Galilei , Bruder des berühmten Astronomen, oder  Kompositionen von Giulio Caccini . Dessen Kompositionsweise sei, im Verhältnis zu der anderer zeitgenössischer Musiker, „ein bisschen wie Popmusik und es geht immer um die Liebe“, erklärt Sariel den Gästen.

Das Publikum ist von den Darbietungen des Abends begeistert und belohnt das Duo mit ausdauerndem Applaus. Mit Monteverdis „Si dolce è’l tormento“ als Zugabe danken Edris und Sariel ihren Zuhörern und verlieren auch in den letzten Tönen nicht an ihrer Ausstrahlung.

Von Tina Evers

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