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Andreas Steinhöfel liest im JT

Manchmal extrem direkt Andreas Steinhöfel liest im JT

Rico und Oskar sind wieder da. Diesmal als Helden einer Weihnachtsgeschichte. Am Montag stellte der Autor Andreas Steinhöfel das neue Buch im Jungen Theater vor.

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Andreas Steinhöfel liest und erzählt ausgesprochen lebendig von Rico und Oskar.

Quelle: Christoph Mischke

Göttingen. Der Saal ist brechendvoll. Überwiegend Kinder und Jugendliche sitzen und warten ungeduldig auf den Beginn der Lesung. Auf der Bühne sitzt schon Kinder- und Jugendbuchautor Andreas Steinhöfel und guckt neugierig auf die Gesichter. Punkt 16.30 Uhr greift Steinhöfel zum Mikrofon. Er freut sich, schließlich war er vor drei Jahren das letzte Mal in Göttingen. Vorab präsentiert er das Programm, unterstützt von einer Powerpoint Präsentation mit Illustrationen aus dem Buch.

Mit einer angenehmen Stimme fängt er an zu lesen. Als Einschub stellt Steinhöfel die Wohnsituation der Helden Rico und Oskar vor sowie andere Figuren, die in dem Buch vorkommen. Die Protagonisten aus dem Buch sind mal witzig, humorvoll, manchmal extrem direkt. Sie sind realitätsnah, wie normale Menschen. Eine Frau arbeitet nachts in der Bar, eine andere versucht für Gleichberechtigung in ihrer Ehe zu sorgen. Der eine Vater ist depressiv. Einige Kinder sind hochbegabt, andere eher tiefbegabt.

Steinhöfel liest von Rico und Oskar, die auf dem Weg zu einem Einkaufszentrum sind, um Weihnachtsgeschenke zu besorgen. Rico gelingt es nach einem ausführlichen Gespräch mit dem Verkäufer einen Schwimmreifen für seine ungeborene Schwester zu kaufen. Oskar hingegen kauft ein Geschenk für seinen Vater und zusätzlich Frauenunterwäsche, was Ricos Argwohn weckt.

Der Schriftsteller liest seinen Text souverän, gibt seinen Protagonisten verschiedene Stimmen und macht Atmosphäre und Stimmungen hörbar. Und immer wieder bringt er die Zuhörer zum Lachen.

Im dritten Teil wird die weihnachtliche Geschichte von drei Rückblenden in den Sommer unterbrochen. Dort wird die „Spielplatzgang“ im Plot eingeführt. Für die Sendung mit der Maus hat Steinhöfel eigene Folgen von Rico und Oskar geschrieben und ihnen diese sechs Freunde an die Seite gestellt. „Im Fernsehen sind die einfach so da“, so Steinhöfel. Er wollte aber unbedingt erzählen, wo sie herkommen und wie die Freundschaft entstanden ist. So kam es auch zu diesem vierten Rico-Band, den Steinhöfel ja eigentlich nicht schreiben wollte. Zu den sechs Freunden gehört Nuri, getreut von Steinhöhel imitiert, der seinen türkischen Akzent ein- und ausschalten kann wie er will. Samira, Nuris Schwester trägt ein Kopftuch, was aber keine religiöse Bedeutung habe. Die Einführung dieser Figur habe laut Steinhöfel für Empörung und heftige Proteste von links und rechts gesorgt. Es gibt noch den Checker, die hochbegabte Soo-Min, die wie Oskar immer Recht haben will. Sarah, die nicht viel redet und Lavottny aus dem Förderzentrum, der genauso tiefbegabt sei wie Rico. Die Rückblenden mit dem Flair einer Krimigeschichte erzählen von der speziellen Freundschaft zwischen den Helden und den neuen Protagonisten.

Ein begeistertes Publikum will nach der Lesung gar nicht aufhören zu klatschen. Steinhöfel ist berührt. Das sieht man ihm an. „Wenn es so weitergeht, werden meine Ohren explodieren“. Die Besucher drängen nach draußen wo eine Signierstunde geplant ist.

Von Nina Kenne

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