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Apex-Konzert mit Sänger von Polarkreis 18

Maximilian Hecker und Felix Räuber Apex-Konzert mit Sänger von Polarkreis 18

Ein Maximilian Hecker ist nichts ohne seine Frisur“. Diese und weitere Erkenntnisse aus seinem Musiker-Leben plaudert der 35jährige Berliner am Mittwochabend im Göttinger Apex zwischen seinen melancholischen Pophymnen munter aus. Zusammen mit Felix Räuber, bekannt als Sänger der Band Polarkreis 18, stellt er rund 80 Besuchern sein neues Album „Mirage of Bliss“ vor.

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Ungleiches Paar: Maximilian Hecker (links) und Felix Räuber.

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Die Frage, die sich gleich am  Anfang stellt, ist: Wer hat wen entdeckt? „Ich habe Felix letztes Jahr kennengelernt und beschlossen, mit ihm zusammen auf Tour zu gehen“, lässt Hecker verlauten. „Maximilians Album Rose hat mich damals geprägt, ich hab mich in seine Musik verliebt. Heutzutage schaut er zu mir auf“, kontert Räuber angesichts der Popularität von Polarkreis 18 .

Illusion der Glückseligkeit. So heißt der Titel des aktuellen Albums von Hecker auf Deutsch. So bedeutungsschwer der Albumtitel, so theatralisch und emotional seine Lieder. Die beiden Künstler singen mal ein-, mal zweistimmig, begleiten sich dabei mit Akustik-Gitarre und Klavier. Bei Liedern wie „Kate Moss“ und „Silent, Lucid flashes“ sieht man anwesende Pärchen eng zusammenrücken. Räubers kräftige Stimme beeindruckt besonders in hohen Lagen und sogar ohne Mikrophon durch Volumen und Pathetik. Gänsehaut kommt eher durch die Solo-Songs von Hecker auf, durch seine klarere, unaufdringliche Stimme wirken sie entdramatisiert und eingängiger.

Das Publikum wird je aus seiner sentimentalen Verträumtheit herausgerissen, um Heckers eingeschobener Lesung aus seiner Autobiographie zu folgen. Erfahrungen beim Wildpinkeln in Sankt Petersburg oder bei einer ausufernden After-Show-Party in San Francisco bieten einen netten Kontrast zu all der Poesie und Emotionalität in seinen Liedern. Man merkt: Der Mann ist seit 2001 viel herumgekommen und hat Humor.

Wenn er den schon nicht in seiner Musik ausleben darf, so versucht er sich eben zwischen den Liedern als  mitunter otto-esker Unterhaltungskünstler . Wie der ostfriesische Komiker verstellt Hecker seine Stimme, klopft Sprüche, klimpert auf den Tasten seines Klaviers herum und hat sichtlich Spaß daran. Das lässt den eher um Anstand und adrette Bühnenpräsenz bemühten Räuber irgendwie väterlich-streng wirken. Dennoch überzeugt das ungleiche Paar an diesem Abend 90 Minuten lang mit Gefühl, Stimme, melodischen Indie-Balladen und einigem Unterhaltungswert.

Von Katharina Kilburger

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