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Regional Arbeiten aus dem Kunstinstitut Gießen
Nachrichten Kultur Regional Arbeiten aus dem Kunstinstitut Gießen
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00:30 14.03.2018
Ausstellung in der Galerie Art Supplement. Quelle: Peter Heller
Göttingen

Die Abschlussarbeiten der Kunstabsolventen Pia Pregizer, Johnny Linder und Therese Leistner von der Justus-Liebig-Universität Gießen, konnten - trotz unabhängiger Anfertigung – miteinander harmonieren: Obwohl unterschiedliche Techniken und Stile verwendet wurden, haben die Ergebnisse der Künstler in der Ausstellung in der Galerie Art Supplemet ein stimmiges Gesamtwerk vermittelt.

Letztendlich war die Farbauswahl die einzige Schnittstelle, die die Gemälde miteinander in Verbindung setzte. „Ich habe erst als die Bilder hingen festgestellt, dass alle Arbeiten sich gegenseitig unterstützen und die verschiedenen Techniken umso mehr in den Vordergrund treten“, sagte Linder bei der Eröffnung der Ausstellung vor mehr als 70 Gästen.

Leistner, Linder, Pregizer (von links) vor Arbeiten von Therese Leistner Quelle: Peter Heller

In der Galerie standen sich die Werke von Pregizer und Leistner gegenüber und erzeugten einen auffälligen, stilistischen Kontrast. Beide Künstlerinnen arbeiteten mit Acrylfarbe und teilweise Eitempera. Pregizer erzeugte eine Bilderserie mit Motiven, die aus einem einzelnen Gebäude stammten. Architektonische Präzision spiegelten sich in Glasflächen oder Wasserpfützen und wirkten dadurch beinahe transparent. Ein einzelnes Gemälde bestand zum Teil aus mehreren Leinwänden. Die Verwendung pastellfarbener Blau- und Rottöne strahlte Melancholie aus, die auch von Pregizer gewollt war. Während die Stimmungslage für die meisten erkennbar war, konnten einige Betrachter den Farbverlauf mit modernen Themen in Verbindung bringen. „Diese farblichen Übergänge erinnern mich an den Klimawandel“, bemerkte eine der Gäste.

Die Deutung der Werke Leistners an der gegenüberliegenden Wand waren aufgrund des abstrakten Stils größtensteils dem Betrachter selbst überlassen. Leistner arbeitete auf groben, unbearbeiteten Leinwänden, die an Teilen mancher fertigen Gemälde sogar noch durchschimmerte. „Ich weiß nicht, was passieren wird. Meistens beginne ich intuitiv mit einer Farbe“, erklärte Leistner. Der Titel, „cirrus“: Gattung einer Wolkenart, ist ein Hinweis. Sie wolle den Betrachter nicht in seiner Wahrnehmung beschränken. „Einige haben mich heute schon auf die Bedeutung des Stacheldrahtes auf einem der Gemälde angesprochen“, sagte Leistner lachend. Selbst die Ausrichtung des Bildes sei nur eine Empfehlung. Die abstrakte Technik wirkte mit übermäßig dunklen Farbtönen sehr düster und erinnerte an nächtliche Landschaften. Zwischen der Bilderserie Leistner hing plötzlich ein Werk von Pregizer. „Ich finde es gut, dass manche den Bruch sofort erkennen und andere die Veränderung des Stils nicht bemerken“, sagte Leistner. Die verschiedenen Vorkenntnisse der Gäste würden die Kunst erst ausmachen. Es sei doch besonders interessant die Meinung eines ansonsten kunstfernen Menschen zu hören.

Linder arbeitete mit analoger Fotografie. Die entstandenen Drucke ließen sich farblich als auch technisch nicht auf den ersten Blick von den Werken der Künstlerinnen unterscheiden. „Ich würde sogar nicht mehr sagen, dass es sich um Fotografie handelt“, sagte Linder. Eine sechsteilige Serie zeigte ein einziges Fotopapier im Prozess. Linder arbeitete auf verschiedenen Papieren mit lichtempfindlichen Chemikalien, die sich minütlich veränderten. Das Thema Übergänge stellte den Betrachter vor die Aufgabe individuell für sich herauszufinden, was auf der abstrakten Momentaufnahme überhaupt zu sehen war. Die Strukturen auf den Bildern zeugten von zarten Farbverläufen, die eine starke Ruhe ausstrahlten, die gegensätzlich zum dynamischen Herstellungsprozess waren.

Besonderer Dank ging von Linder im Namen der Absolventen an die Besitzer der Galerie Jan-Jacek Sobecki und Miriam Hilker, die die Bilder zu einem Gesamtwerk arrangierten.

Geöffnet montags bis freitags von 15 bis 18 Uhr, sonntags von 11 bis 13 Uhr. Die Ausstellung ist bis zum 8. April zu sehen.

Von Lisa Hausmann

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