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Regional Arbeiten aus der Kunstakademie Torun
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00:20 15.02.2018
Glaskugeln,-Köpfe und Säulen von Andrzej Kalucki. Quelle: Foto: chb
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Göttingen

Die schlicht mit „Kunstakademie Torun“ betitelte Ausstellung gibt mit Malerei und Objekten einen spannenden Einblick in das aktuelle Kunstschaffen in Torun. Ein Austausch mit der Kunstakademie der polnischen Partnerstadt Göttingens besteht schon seit vielen Jahren. Den Kontakt zur jungen Generation pflegt Jan-Jacek Sobecki von der Galerie Art Supplement. „Wir haben uns Gedanken gemacht, wie wir die Zusammenarbeit in den nächsten Jahren gestalten“, so Sobecki. Einige der Künstler der Kunstakademie der Nikolaus-Kopernikus-Universität Torun hatten bereits 2016 bei einer Ausstellung am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie die Möglichkeit, ihre Werke zu zeigen. Im Sommer soll es eine weitere Ausstellung geben.

Justyna Grzebieniowska hat sich der Umsetzung von Tanz und Choroegrafie in die bildende Kunst verschrieben. Sie studierte an der Fakultät für Bildende Kunst in Torun. Seit 2004 arbeitet sie in der Abteilung für Malerei. Grzebieniowska ist fasziniert von Figuren in Bewegung, vom Tanz. Sie wolle die Welt der Choreografie in die Welt der Malerei übertragen, hat sie in einem Interview gesagt. „Unter Verwendung von Malwerten wie Textur, Farbe, Licht, Form und Zusammensetzung möchte ich das ganze Bild zeigen. Mit diesen Mitteln auf Leinwand erschaffe ich meine Malerei-Choreographien, in denen ich den Rhythmus und die Bewegung als Hauptbestandteile des Bildes stark markieren möchte“. Zwei ihrer Bilder zeigen zurückhaltend in schwarzweiß den Faltenwurf eines schwingenden Rockes und einen Tanzschuh aus ungewöhnlicher Perspektive, andere präsentieren sehr farbenfrohe Wellenformationen.

Dagegen setzt Iwona Szpak-Pawlowska auf grelle Einzelheiten und die Sprache der Geometrie. Die Dozentin arbeitet mit fluoreszierenden und phophoreszierenden Pigmenten, oft mit Neonfarben und benutzt als grundlegendes Modul den Streifen. Beeindruckende Köpfe auf großformatigen Leinwänden präsentiert Anna Wysocka. Die 42jährige hat an der Universität in Torun studiert. Zur Zeit ist sie Assistenzprofessorin an der Fakultät für Bildende Kunst. Ihre Köpfe sind düster-geheimnisvoll, langgezogen, haben tiefliegende, kaum erkennbare Augen. Längliche und runde Objekte aus Acrylglas zeigt Anna Wojcicka. Sie will emotionale Aspekte auf ihre Objekte übertragen, etwa die Begriffe Freud und Leid oder Ruhe und Angst.

Andrzej Kałucki widmet sich vor allem der Glaskunst. Von 1972 bis 1977 studierte er an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Oppeln, wo er sich für die Herstellung von Glasfenstern interessierte. Seit 1985 ist er an der Toruner Universität im Glasmalerei-Labor tätig. Seine Arbeiten liegen und stehen auf einem großen weißen Tuch auf dem Boden der Galerie. Durchsichtige Glasköpfe schauen heraus. In vielen Rottönen changierende Kugeln und Stäbe liegen dazwischen. Kalucki erzählt in seiner kurzen Ansprache ans Publikum vom Wunsch, eine eigene Künstlersprache zu finden.

Piotr Zaporowicz sagt von seinen Bildern, dass sie nicht illustrieren, aber Träger von Ideen seien. Die Anordnung von Formen, Linien, vertikalen und horizontalen Ordnungen prägen seine Arbeiten ebenso wie ruhige Farbfelder und stimmige Farbschemata. Der 1981 geborene Zaporowicz hat 2014 mit Auszeichnung den Doktortitel an der Fakultät für Bildende Kunst der Nikolaus-Kopernikus-Universität erhalten.

Die Ausstellung ist bis zum 9. März in den Räumen der Galerie Alte Feuerwache, Ritterplan 4, und dem Glasbau montags bis freitags von 10 bis 12 Uhr und von 15 bis 18 Uhr sowie sonntags von 11 bis 13 Uhr zu sehen. Und in der Galerie Art Supplement, Burgstraße 37 a, montags bis freitags von 15 bis 18 Uhr und sonntags 11 bis 13 Uhr.

Von Christiane Böhm

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