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00:17 26.11.2012
Von Peter Krüger-Lenz
Zur Vernissage in Göttingen: Gerhard Völkle vor seinen rostfarbenen Figuren. Quelle: Pförtner
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Oliver Rossdeutscher, 1963 in Goslar geboren, tummelt sich in New York und Hamburg, denn dort wohnt der gelernte Fotodesigner. London hat er auch besucht. Er fotografiert Touristenattraktionen wie die Brooklynbridge, Yellow Cabs, Kräne in Hamburg und Wahrzeichen. Am Computer collagiert er die Motive zu bizarren, atemlosen Großstadt-Bildern. Unverwechselbar macht Rossdeutschers Werk der abschließende Kunstgriff: Er lässt die Sujets auf geschliffene und polierte Aluminiumplatten auftragen, deren Glanz durchblitzt. Ein optisch attraktives Alleinstellungsmerkmal.

Traditioneller arbeitet Uwe Herbst, Jahrgang 1952. Er skizziert und fotografiert auf Reisen meist durch Frankreich und Italien, manchmal wohl auch auf Rügen, im heimischen Atelier verarbeitet er die Vorlagen zu stimmungsvollen Ölbildern. Morgendliche oder abendliche Sonne taucht provenzalische Felder oder mediterrane Städte und Häfen in bezauberndes Licht. Das setzt Herbst gekonnt in Szene, wenn ihm bisweilen auch die Perspektive leicht verrutscht.

Dem Menschen widmet sich der 1953 geborene Gerhard Völkle auf eigenwillige Weise. Seine Figuren, egal, ob als flächige Skulptur oder als gemaltes Bild, haben keine Gesichter. Völkle interessiert sich für Haltungen und Gestik. Er beobachtet den Gang und das Sitzen und destilliert typische und aussagekräftige Positionen heraus. Um sie auf die Leinwand zu bannen, benutzt er die gleiche Farbigkeit und Struktur, die seine Metallarbeiten aufweisen: die von Rost.

Ganz dem Reich der Phantasie hat sich Jutta Votteler, Jahrgang 1959, zugewendet. In ihren zarten, farbigen Radierungen kombiniert sie Blumen mit allerlei Getier. Vögel sitzen auf Ästen, Schmetterlinge flirren zwischen Blüten, ein Kätzchen schnurrt vorbei. Das ist hübsch und tut niemandem weh.

Als Spaßvogel zeigt sich der 1948 geborene Volker Kühn. Er baut seit Mitte der 80er Jahre kleine Objektkästen, die wie Grußkarten funktionieren. Für jeden Anlass ist etwas dabei, ob zur Geburt, der Einschulung, dem Abitur, dem Examen, der Heirat, der ersten Million. Die Reihe ließe sich endlos fortsetzen. Den Anlass fasst Kühn knapp in Worte und setzt ihn dann in winzigen Szenarien meist humorvoll um. In die Kunstgeschichte wird er damit wohl nicht eingehen, aber er bereitet den Ausstellungsbesuchern mit seinen Miniaturwelten Entdeckervergnügen.

Bis Sonnabend, 15. Dezember, montags bis freitags von 9.30 bis 18.30 Uhr, sonnabends von 10 bis 18 Uhr in der Galerie Nottbohm, Kurze Geismarstraße 31 in Göttingen.

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