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Auftragswerk und der „Göttingen-Roman“

Saison 2009/10 im Deutschen Theater Auftragswerk und der „Göttingen-Roman“

Das Leitungsteam des Deutschen Theaters (DT) Göttingen hat gestern das Programm für die Spielzeit 2009/10 vorgestellt. Es sieht elf Premieren im Großen Haus vor, darunter eine Uraufführung. Ein vorläufiges Resümee der noch laufenden Spielzeit fällt positiv aus: mehr Vorstellungen, mehr Besucher.

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Viel Arbeit für einen neuen Spielplan: Das DT-Leitungsteam um Intendant Mark Zurmühle (4. v. l.).

Quelle: CM

In den vergangenen Jahren hat DT-Intendant Mark Zurmühle die Spielzeiten immer mit einer Shakespeare-Inszenierung eröffnet, diesmal lässt er Volker Hesse den Vortritt. Der Regisseur, der bereits Intendant am Züricher Theater am Neumarkt war und am Gorki-Theater in Berlin inszenierte, ist für Anton Tschechows „Der Kirschgarten“ engagiert – passend für „Theater, das in Zeiten der Krise wieder mehr in den Fokus gerät“, sagte Zurmühle und meint „das Theater als Seismograph der Zeit“. Denn das Tschechow-Stück handelt von  einer bankrotten Gutsbesitzerin, die nach einem Weg aus der Schuldenfalle sucht und dabei scheitert (Premiere: 19. September).

Wie immer geht es zum Saisonstart Schlag auf Schlag: „Die Leiden des jungen Werther“ von Johann Wolfgang Goethe folgt am 25. September, bevor „der große Göttingen-Roman“, so Dramaturgin Barbara Wendland, auf die DT-Bühne kommt: „Die Vermessung der Welt“, eine aktuelle Bühnenfassung des Bestsellerromans, in dem Daniel Kehlmann fiktiv die Geschichte von Carl Friedrich Gauß und Alexander von Humboldt erzählt. Regie führt Zurmühle (26. September).

Der Intendant zeichnet auch verantwortlich für das Shakespeare-Stück dieser Spielzeit: „König Lear“. Dieser Machtmensch wird durch seine Töchter entmachtet und gerät in die Krise (10. Oktober). 

Zum ersten Mal steht ein Stück der Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek auf einem Spielplan des DT. Tilman Gersch inszeniert „Die Kontakte des Kaufmanns“, „ein Stück zur Stunde“, meint Wendland, denn Jelinek hat eine Wirtschaftskomödie geschrieben (21. November). 

Auch Kleist ist wieder vertreten: Kleist „Amphytrion“ wird von Jasper Brandis inszeniert. Der Regisseur richte seine Fokus gerne auf das Scheitern des Menschen und die darin liegende Komik, erläutert Dramaturgin Silke Merzhäuser (12. Dezember). Um das Scheitern des Sozialismus geht es in Werner Bräunigs Roman „Rummelplatz“, geschrieben in den 1960er Jahre, der in der DDR nicht erscheinen durfte und gerade erst veröffentlicht wurde. Die Adaption bringt Christina Friedrich auf die Bühne (16. Januar).

Auftragsarbeit

Die einzige Uraufführung im Großen Haus hat am 13. Februar Premiere: „Zorn“, das die mehrfach ausgezeichnete Autorin und Regisseurin Nino Haratischwilli als Auftragsarbeit für das DT schreibt. Inszeniert wird es von Felix Rothenhäusler, einem jungen Absolventen der Theaterakademie Hamburg (13. Februar). Alice Buddeberg, ebenfalls Absolventin der Akademie, führt Regie bei Schillers Trauerspiel „Kabale und Liebe“ (6. März). Wendland nennt Buddeberg „eine der gefragtesten Jungregisseurinnen in Deutschland“. Eines der laut Wendland "erfolgreichsten Stücke der Theatergeschichte“ hat in der Regie von Zurmühle am 27. März Premiere: Brechts „Dreigroschenoper“. Thomas Bischoff führt Regie bei der letzten Premiere der kommenden Spielzeit: „Verbrechen und Strafe“ von Dostojewski (1. Mai). 

30000 Euro von der Kulturstiftung des Bundes erhält das DT schließlich für ein besonderes Projekt: Von Oktober bis Juni befassen sich unterschiedliche Akteure in einem umgebauten Lkw-Anhänger an verschiedenen Orten in Göttingen mit der „Stadt der Zukunft“.

V on Peter Krüger-Lenz

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