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Regional Ausm Blauen gespielt
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00:19 11.09.2017
Gastspiel im Exil von der Lüneburger Band Ausm Blauen.  Quelle: Jörg Linnhoff
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Göttingen

 Die Musiker von „Catch A Bear“ mussten ganz kurzfristig umplanen für ihr Konzert im Exil. Frontmann und Rapper Adrian Buchner hatte bei der Generalprobe im Übungsraum einen Zusammenbruch, aber absagen wollten sie dennoch nicht, wie Drummer Daniel Kraus betont. Den befreundeten Freestyle-Rapper Jens Funke überraschten sie im Reisebüro mit ihrem Anruf. Er sagte spontan zu einzuspringen und so wurde kurzerhand ein neues Programm eingeprobt. Ihre beeindruckend routinierte Mischung aus Funk, Hip-Hop, und Rock mit vorwiegend gerappten deutschen Texten erfährt dadurch eine etwas andere spontane Note.

Von knallhartem Funk bis hin zu einem etwas fremd wirkenden Dylan Cover von „Knockin’ On Heavens Door“, bei dem sich Gitarrist Philipp von Buttlar zu einem Solo zum Niederknien auf der Tanzfläche hinreißen lässt, schlagen sie den Bogen. Dazu geben sich unter dem lauten Jubel des Publikums verschiedene Gastmusiker die Mikrofone und Instrumente in die Hand, so dass der Auftritt eher einer spaßigen Jam-Session nahe kommt.

Hallunterlegtes Solo von Pascal Ritter

Zu später Stunde entert dann die Lüneburger Band „Ausm Blauen“ die Bühne. Auch sie haben laut Sänger und Saxophonist Lukas Merten zwei neue Musiker am Saxophon und an den Keyboards dabei. Nach einem kurzen, Spannung aufbauenden, Intro starten sie ihre Show mit knackigem Funk-Rock. Das Ganze marschiert gleich mächtig los. Zu „Schaum“ fordern sie das Publikum unwiderruflich auf die Tanzfläche. Der schöne Titel „Kopf & Bizeps“ groovt gewaltig und eine Ballade haben sie auch im Gepäck, die gesanglich aber eher etwas gequält rüberkommt. Zu „Grünkraut bleibt Grünkraut“, einem leicht gerappten Song, legt Gitarrist Pascal Ritter ein beeindruckendes, hallunterlegtes Solo hin.

Leider verschwimmen im sehr höhenbetonten Gesamtsound teilweise die Konturen der einzelnen Instrumente. Die Bläsersätze kommen oft etwas schwach rüber und auch der deutschsprachige Gesang ist kaum zu verstehen. So wirkt die Vorstellung der Band im Gegensatz zu ihrem vorauseilenden Ruf nur bedingt mitreißend und ist dabei mehr gradliniger Rock als Funk, mit wenig Soul.

Die Besucher haben jedoch großen Spaß, der im letzten Song über eine gemeinsame Choreographie mit der Band noch einmal so richtig hochgekocht wird.

Die nächsten Konzerte im Exil, Weender Landstraße 5, Göttingen: Rex Brown am Donnerstag, 14. September, um 20 Uhr und am Sonnabend, 16. September, um 21 Uhr Can Leman. Beide Konzerte sind Teil des Club-Programms des Festivals „NDR2 Soundcheck Neue Musik“ vom 14. bis 16. September in Göttingen.

Von Jörg Linnhoff

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