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Regional Technikmix und Symbolhaftes
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13:42 25.04.2017
Christa Mayr präsentiert unter dem Titel „Zeichen der Erinnerung" einen Querschnitt durch ihr vielgestaltiges künstlerisches Werk. Quelle: Heller
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Göttingen

Symbolhaft und stark abstrahiert sind die meisten Bilder, Installationen und Drucke. Die in Mering ansässige Mayr versteht es dabei, zum Teil mit wenigen energischen Pinselstrichen und mal spannenden, mal ruhigen Farbakzenten die Betrachter ihrer Bilder auf eine Reise durch eigene Erinnerungen und Gedankenwelten zu schicken. Digitaldrucke farblich verfremdeter oder intensivierter Fundstücke aus der Natur vom Gingko-Blatt bis zur Pfauenfeder zeigen höchst ästhetisch, wie aus den bekannten Motiven durch Farbeinsatz, Überlagerung und ungewohnte Größenverhältnisse eine nahezu abstrakt anmutende Gesamtkomposition entstehen kann.

Installation "Süße Erinnerung"

Konkreter wird es dann beispielsweise bei Installationen wie „Süße Erinnerung“, 24 Altholzplatten, die versehen mit Textausschnitten und vermeintlichen wie echten Gebrauchsspuren an eine Mischung aus überdimensionalen Blättern aus Großmutters Backbuch und ihren beim Backen benutzen Arbeitsbrettern erinnern.

Erinnerungen bedeuten in Mayrs Arbeiten immer etwas Übergeordnetes, Allgemeingültiges. Da ist es nur folgerichtig, dass sie in der Installation „Lebensweg“ 20 Holzfiguren mit Textabschnitten, aber vor allem mit persönlichen Kleidungsstücken vom sprichwörtlich ersten bis zum letzten Hemd und damit zu verschiedenen Entwicklungsstadien eines Körpers und einer Persönlichkeit ausstattet. Die verspiegelte Figur nach dem „letzten Hemd“ gemahnt dann abschließend jeden Betrachter an seinen eigenen Lebensweg.

Querschnitt aus 25 Jahren

Ein Querschnitt von Arbeiten Mayrs aus den vergangenen gut 25 Jahren ist in der Ausstellung, die den Weg an den Fassberg auf jeden Fall lohnt, zu sehen. Das ermöglicht nicht nur den abwechslungsreichen Technikmix vom Acrylgemälde bis zum Digitaldruck sondern auch eine kurzweilige Schau künstlerischer Ausdrucksformen. Man erlebt ein klein wenig von Mayrs eigener Entwicklung als Künstlerin mit, begleitet sie symbolisch anhand der Ausstellungsstücke beim sich-Erinnern und wird doch immer wieder auf eigenes Erinnern stoßen.

Die Ausstellung „Zeichen der Erinnerung“ von Christa Mayr ist noch bis zum 16. Mai im Foyer des Max-Planck-Instituts für biophysikalische Chemie, Am Fassberg 11, zu sehen. Öffnungszeiten sind montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr sowie sonnabends und sonntags von 10 bis 16 Uhr.

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