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Regional Vielschichtige Werke von Leena Krüger
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10:23 09.11.2018
Leena Krüger bei der Eröffnung ihrer Ausstellung „Früher war alles viel größer“ in der Torhaus-Galerie in Göttingen. Quelle: Christina Hinzmann
Göttingen

Der erste Blick trifft beim Eintreten der Galerie auf eine Wand mit 24 quadratischen Einzelgemälden ohne Rahmen und jeweils 20 Zentimeter Seitenlängen. Drei der Werke wurden bereits am Eröffnungstag für 200 Euro pro Stück verkauft. Die mit Öl auf Leinwand angefertigten Gemälde lassen sich auch auf den zweiten Blick nicht vollständig erfassen. Ein eindeutig erkennbarer Birkenstamm wechselt sich mit expressionistisch angedeuteten Formen ab, die in vielen, teils transparenten Schichten aufgetragen wurden.

Die Göttinger Malerin Leena Krüger zeigt 32 ihrer Werke in der Torhaus-Galerie in Göttingen. Die Ausstellung „Früher war alles viel größer“ ist bis zum 2. Dezember 2018 zu sehen.

Was möchte die Künstlerin mit ihrem Titel der Ausstellung „Früher war alles viel größer“ ausdrücken? War früher alles größer, weil man selbst einfach noch viel kleiner war? Krüger stellt die verstrichene Zeit durch das Auftragen vieler sichtbarer Schichten dar, die möglicherweise auch über einen längeren Zeitraum immer mal wieder verändert wurden. Konkrete Formen stechen aus einem durch Acryl oder Öl entworfenen schemenhaften Dunst hervor. Durch trockene Pinselstriche wirken helle Akzente auf dunklem Untergrund wie Gitterstäbe.

Besonders eindrucksvoll wirkt ein dreiteiliges Werk, das Eisschollen auf nachtblauem Wasser treibend zeigt. Der Fußboden der Galerie besteht aus sich abwechselnden schwarzen und weißen Kacheln, die aufgrund ihrer exakten Anordnung Sicherheit ausstrahlen. Diese Sicherheit scheint auf dem Bild mit den ungeordneten forttreibenden Eisschollen zu schwinden.

Wie mit dem Lineal gezogen

Krüger wechselt bei ihrer Präsentation der Gemälde zwischen weißen und naturbelassenen Holzrahmen oder verzichtet vollständig auf diese. Ein einmal ein Meter großes Werk ist auf Aluminium verewigt. Die Farbverläufe enden zum Teil abrupt, wie mit dem Lineal gezogen. Dass Krüger die Namen der Bilder in der Präsentation nicht nennt, führt dazu, dass jeder Betrachter noch freier in seiner Deutung des Werkes ist.

„Früher war alles viel größer“: Werke der Malerin Leena Krüger in der Torhaus-Galerie am Tag der Eröffnung. Quelle: Christina Hinzmann / GT

Leena Krüger ist 1953 in Jyväskyla in Finnland geboren. Seit 1993 wohnt sie, nachdem sie zehn Jahre in Ecuador lebte, in Göttingen und stellte seitdem mehrfach vor Ort aus. In der Torhaus-Galerie können die Werke bis Sonntag, 2. Dezember, freitags, sonnabends und sonntags von 15 bis 17 Uhr besichtigt werden. Im Rahmen der Ausstellung findet am Sonntag, 11. November, das Jazz-Konzert „take two“ mit Joe Pentzlin und Gregor Kilian statt;am Sonntag, 2. Dezember (1. Advent), beschließt die Sängerin Heidi Köpp mit ihrem Liederabend „Christmas with you“ den Ausstellungszyklus der Torhaus-Galerie am alten Stadtfriedhof, Kasseler Landstraße 1 in Göttingen,in diesem Jahr.

Von Lisa Hausmann

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