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Autoren aus Berlin toben sich im „Pools“ aus

Abenteuerspielplatz Lyrik Autoren aus Berlin toben sich im „Pools“ aus

Der Autor ist tot, es ist also alles erlaubt“: Mit dieser Erkenntnis  des Literaturtheoretikers Roland Barthes fasst Linus Westheuser treffend zusammen, wie seine Lyrik und die seiner Freunde im „Kollektiv G13“ funktioniert. Es geht ihnen nicht darum die klassische Poesie auf einen Sockel zu stellen, dem Leser zu vermitteln, dass es nur eine richtige Lesart gibt.

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Junge Lyriker: Friederike Scheffler und Linus Westheuser (M.).

Quelle: Vetter

Im Gegenteil, für die jungen Autoren gibt es keine richtige Interpretation, weil jede eine mögliche ist. Sie experimentieren mit Formen und Zugängen. Ihre Gedichte sind ihr „Abenteuerspielplatz“.

Linus Westheuser und Friederike Scheffler vom Berliner Lyrikkollektiv waren  jetzt im Göttinger „Pools“ zu Gast. Den zum Bersten gefüllten Kellerraum, der ihnen als Bühne diente, „lyrisierten“ sie. Die jungen Zuschauer klebten förmlich an den Lippen der Vortragenden, wollten mehr hören aus den offenen und dialogischen Texten, von der „Nadel im Himbeereis“ und dem „Date mit der sozialen Lage“.

Doch nicht nur um die Gedichte selbst ging es an diesem Abend. Die Künstler gewährten auch den einen oder anderen Einblick in ihre poetische Werkstatt. „Wie funktioniert das gemeinsame Arbeiten an Poesie und was ist der Mehrwert dieses Zusammenschlusses?“, will das Publikum wissen.

Die Gemeinschaft aus jungen Dichterinnen und Dichtern hat sich 2009 zusammengefunden, auf „einem Teppichboden in Friedrichshain“, der die „Keimzelle für den ganzen Unfug“ werden soll,  um gemeinsam an ihrer Lyrik zu schrauben und sich auszutauschen. Die „Auseinandersetzung mit anderen Stimmen“ und das zeitweise „schonungslose Feedback“ sorgen dabei für Diskussionen und helfen, Kreativität zu fördern.

Diese Art von Gespräch suchen die Autoren aber nicht nur in ihrer für alle Interessierten zugänglichen Gruppe, sondern auch per Blog im Internet . Virtuell darf ebenfalls  „jeder kommentieren“ und sich „gegen den Elfenbeinturm Lyrik“ aussprechen.

Die Printmedien erobern die Kulturschaffenden ebenfalls: Nach verschiedenen Veröffentlichungen wurde im Oktober 2012 das erste gemeinsame Buch, die Anthologie „40% Paradies“, publiziert. Und bei der gewaltigen Zustimmung, die sie an diesem Abend erhielten, ist davon auszugehen, dass ihre Eroberungszüge noch lange weiter gehen .

Genauso hoffentlich die neue Reihe „Kellerkultur“, in deren Rahmen die Veranstaltung stattfand. Sie wird von fünf kulturbegeisterten Studenten organisiert, die es sich zur Aufgabe machen, die Göttinger Literaturlandschaft zu erweitern und zu verjüngen. Bei der Auftaktveranstaltung stimmten auf jeden Fall sowohl Angebot, als auch Nachfrage.

Von Sarah Lodder

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