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Regional Ballett-Aufführung von Tschaikowskys „Schwanensee“
Nachrichten Kultur Regional Ballett-Aufführung von Tschaikowskys „Schwanensee“
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00:18 22.12.2012
Festliche Stimmung im Park: Die Hofgesellschaft erwartet Prinz Siegfried, um dessen Geburtstag zu feiern. In der Mitte Valerij Zelischtschew als Freund Benno. Quelle: Vetter
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Göttingen

Zu Gast war das Russische Staatliche Opern- und Ballett-Theater Tscheljabinsk. Das staatliche akademische Symphonieorchester der Republik Balarus spielte die Musik Peter Tschaikowskys begleitend.

Märchen-Motive liegen der Handlung zugrunde. Ein vom Mond beschienener See ist der Ort, an dem Prinz Siegfried Prinzessin Odette trifft. Von einem Zauberer in einen Schwan verwandelt, erlangt Odette die Menschengestalt nur in der Nacht zurück. Siegfried will den Bann lösen und sich mit ihr vermählen. Doch auf dem Ball erscheint an Odettes statt – als „schwarzer Schwan“ – Prinzessin Odile, der der Zauberer Rotbart die Gestalt Odettes verliehen hat. Siegfried fällt auf die Verwechslung herein.

Zwischen drei Kulissen bewegt sich die Choreographie. Da ist der Park, in dem die höfische Gesellschaft den Geburtstag des jungen Siegfried (Ilnur Gaifullin) feiert. Eine bunte Blätterwand und herbstliche Kostüme bestimmen das Bild. Da ist der Festsaal, man erkennt ihn an den gemalten Säulen. Und da ist der vom Mond beschienene See, an dem die traurige Odette (Ekaterina Tichonowa) mit den Schwänen lebt, eine weiße, ätherisch wirkende Schar. Einander oder das Publikum blicken sie kaum an, während sie tanzen.

In den Tänzen von Tichowa als weißer Schwan scheint der Schwermut bisweilen direkt in Bewegung übersetzt worden zu sein. Viele fallende, zusammensackende Bewegungen zeigt die Choreografie (Sergej Bobrov) hier. In den Paar-Tänzen mit Siegfried ist sie als Odette scheu und passiv – immer wieder entzieht sich der weiße Schwan.

Wie anders Tichowas Auftritt als schwarzer Schwan. Er weiß den Prinzen zu bezirzen. In den Hallen des Schlosses lockt Odile den Prinzen, scheint mit ihm zu spielen, ist aktiv. Gaifullin als Siegfried übernimmt im Verhältnis zu beiden oft den nur fragend-beobachtenden oder staunenden Part. Spannungsgeladen ist sein Verhältnis zum Zauberer Rotbart (Valerij Zelischtschew). Mit Sprüngen durchschneidet der förmlich die Begegnungen zwischen den Geliebten. Alle drei Solisten beeindrucken. Und die Musik Tschaikowskys klingt noch auf dem Heimweg angenehm in den Ohren nach.

Von Telse Wenzel

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