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Band „Santiano“ legt mit ihrer „Bis ans Ende der Welt“-Tour in der Stadthalle

Mit Seemännern auf großer Fahrt Band „Santiano“ legt mit ihrer „Bis ans Ende der Welt“-Tour in der Stadthalle

Das Segel ist gespannt, das Publikum in der fast ausverkauften Stadthalle sitzt auf seinen Stühlen und ist bereit, den Anker zu lichten. Meeresrauschen und Möwenschreie dringen aus den Boxen, ein Nebelhorn erklingt und dann geht es los.

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Mit viel Bewegung im Dialog mit ihren Fans: Die Mitglieder der Band Santiano begeistern mit Interaktion und Bühnenpräsenz.

Quelle: Heller

Göttingen. Eine Stimme erzählt von fünf rauen Matrosen, die einen schweren Sturm überlebten und aus den Resten des Wracks ein neues Schiff bauten: Die „Santiano“. Mit tosendem Applaus wird die gleichnamige, bekannte Band am Sonntag begrüßt.

Das große Segel lässt die Bühne wie ein Schiff erscheinen und dient zugleich als Leinwand für unterschiedliche Projektionen von Wasserbewegungen bis hin zur Landkarte. Die fünf Bandmitglieder aus Schleswig-Holstein tragen überwiegend weiße Hemden und schwarze Hosen mit hohem Bund, die sie wie Seeleute aus vergangenen Zeiten aussehen lassen.

Sie wirbeln über die Bühne, allen voran Björn Both der als Hauptsänger und Moderator das Publikum motiviert und durch den Abend führt. Gleich mit dem ersten Lied steigt die Stimmung in der Stadthalle. Alle im Saal klatschen den Rhythmus von „Alle die mit uns auf Kaperfahrt fahren“ mit, immer wieder sind Begeisterungsrufe zu hören. Nach jedem Lied werden die Gäste mehr von dem Konzert mitgerissen und die meisten schunkeln und singen, erstaunlich textsicher, mit.

Jedes Lied wird mit einer eigenen Geschichte eingeführt. Both erzählt, dass die Band auf der „Santiano“ lebe: „Weil dort sind wir einfach nur frei, frei wie der Wind“. Er lässt durch seine bildlichen Erzählungen vom Meer Fernweh entstehen und dieses Gefühl bedient die Band mit ihren Seemannsliedern, die neben Rock auch Elemente aus Reggae und Irish Folk beinhalten.

Geigenspiel musikalisches Highlight

Bei der Show, die gleich zweimal am Sonntag gezeigt wurde, werden die fünf Matrosen von drei weiteren Musikern unterstützt. Alle Akteure beherrschen ein oder mehrere Instrumente. Das Geigenspiel von Pete Sage ist dabei ein musikalisches Highlight. Er spielt einige Soli, die mal kräftig, mal sinnlich sind. Dabei ist er stets in Bewegung und zeigt mit viel Energie sein Können. „Santiano“ sorgt mit solchen Einlagen für ein abwechslungsreiches Programm.

Für drei Lieder, darunter „Frei wie der Wind“, erscheint eine blonde, junge Frau auf der Bühne. In einem tief dekolletierten, orangefarbenen Kleid singt die norddeutsche Sängerin Synje Norland zu der rauen Stimme Boths. Der bemerkt, dass dieser Programmpunkt vor allem für die männlichen Konzertbesucher gedacht sei.

Er erntet immer wieder zahlreiche Lacher für seinen unterhaltsamen Moderationsstil. Während die Band nach der Hälfte des knapp zweistündigen Konzerts eine Pause macht, sorgt Schlagzeuger Marco Müller für einen weiteren Konzerthöhepunkt. Während nur ein Spot auf ihn gerichtet ist, lässt er die Sticks über sein Instrument fliegen.

Die Band kehrt zurück auf die Bühne, und im Laufe des restlichen Abends stehen immer mehr Menschen auf und tanzen. Am Ende des Konzerts sitzt niemand mehr auf seinem Stuhl. „Santiano“ hat ihr Publikum mit 100 Knoten auf große Fahrt mitgenommen.

Von Lisa Dionysius

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