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Barocke Musik mit Tanz und Pantomime

Händel-Festspiele Barocke Musik mit Tanz und Pantomime

Getanzt wurde am Dienstagabend, 26.Mai, nicht nur bei der Opernpremiere im Deutschen Theater. Auch im Jungen Theater, wo die Händel-Festspiele erstmals zu Gast waren, gab es Tanz. Viviana Escalé und Samuel Guist bewegten sich zu barocker Flötenmusik, die das Ensemble „L’Art du Bois“ spielte.

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Famose Lichteffekte: Viviana Escalé und Samuel Guist tanzen vor blauangestrahlter Leinwand.

Quelle: Vetter

Gleich in der eröffnenden Händel-Sonate, besonders im raschen zweiten Satz, war die ganze Delikatesse von Block- und Traversflöte zu hören. Indem das Ensemble hinter einer blau beleuchteten Leinwand musizierte, kam es zu einer Intensivierung des Hörens: Wie ging das Adagio, von Escalé in barockisierendem Gestus dargestellt, zu Herzen! 

Eingefrorene Bewegung

Vor den „Folies d’Espagne“ von Marais nahmen die Musiker ihren Platz an der Bühnenrampe ein, ihren Weg dorthin unterbrechend und in Standbilder verharrend – eingefrorene Bewegung als Vorstudie zu den Bewegungen des Tanzes. Dieser wurde zunächst als Schattenspiel mit famosen Lichteffekten dargeboten, was sich wunderbar zum ätherischen, dem schlanken Ton der historischen Aufführungspraxis verpflichteten Spiel von Judith Sartor auf der Gambe fügte. Die Barockgitarre (Maria Ferré Pérez) bewahrte die Musik vor einem Übermaß an artifiziellem Klang und trug tänzerischen Schwung bei. In Vivaldis Trio für Flöte, Laute und Bass zeigte sich Theorbenspieler Mirko Arnone auch als gestaltungsfreudiger Lautenist.

Eine Purcell-Chaconne und zuvor eine Sonate von Boismortier gaben den drei Flötistinnen Gelegenheiten, neben Fingerläufigkeit und Klangkultur – beachtlich Lena Hanisch mit der heiklen Traversflöte – ihr großartiges Zusammenspiel zu zeigen. Dazu wurde mit einer Mischung aus klassischem Tanz und Pantomine die Geschichte eines Paares erzählt. Mehr skulptural das Spiel der hintereinander stehenden Tänzer mit vier Armen, witzig die groteske Figur mit dem Oberkörper der Tänzerin, verkehrt montiert auf den Beinen des Tänzers – ein schöner Einfall.

„Music-E-motion“ war tänzerisch so interessant wie musikalisch delikat, dass man auf den Gedanken verfallen konnte, die Besucher der Opernpremiere seien zu bedauern, weil ihnen dieses Ereignis entging.

Von Karl Friedrich Ulrichs

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